Auf den Wegen der Inkas

Nachdem ich La Paz hinter mir gelassen hatte, eine sehr interessante Stadt mit den ganzen Häusern an den Berghängen, den Seilbahnen um den öffentlichen Nahverkehr zu entlasten und den jede Menge an traditionell gekleideten Einheimischen, ging es für mich mit dem Bus Richtung Peru.

Das eigentliche Ziel für heute hieß Puno, die peruanische Stadt am Titikaka See. Bevor ich dort aber angekommen bin, hatte der Bus eine sechsstündige Pause in Copacabana eingelegt. Nein ich war nicht in Brasilien am Strand, sondern in einem recht überschaubaren Küstenstädtchen, dem Tor zur Isla de Sol.

Von dort kann man mit dem Boot zu besagter Insel fahren. Die Insel gilt als Geburtsort der Sonne, laut der Beschreibung der Inkas. Da die Fahrt dorthin und zurück jeweils 1 1/2 Stunden gedauert hätte und man nur 45 Minuten dort verbringen konnte, um den Bus nicht zu verpassen, hab ich mir die Tour geschenkt. Ich hab mich stattdessen in ein recht nettes Straßencafé an der Promenade gesetzt.

Gegen Nachmittag ging es dann mit dem Bus zur bolivianisch – peruanischen Grenze. Bolivianischer Ausreisestempel in den Pass, 200m zu Fuß über die Grenze, peruanischer Einreisestempel in den Pass und schon war ich in Peru.

In Puno angekommen, kurzer Stadtspaziergang und anschließend Abendessen in einem Restaurant am Marktplatz was mir mein Onkel empfohlen hatte. Dort gab es dann direkt einmal ein sehr leckeres Alpaka Steak. An Meerschweinchen hab ich mich noch nicht herangetraut.

Am nächsten Morgen sollte es eigentlich um 06:00 Uhr auf die Flooding Islands der Uros gehen. Da aber in Puno die Tuk Tuk Fahrer gestreikt hatten, ja die gibts auch hier, wurde ich erst knapp eine halbe Stunde später abgeholt.

Das Boot hatte dennoch gewartet und es war ein recht unterhaltsame Tour. Interessant zu hören wie man aus Schilf tatsächlich schwimmende Inseln bauen kann. Ich würde die Tour aber kein zweites Mal machen, da die Inseln einfach nicht mehr authentisch sind. Es sei den Einwohnern technischer Fortschritt gegönnt, aber wenn die Inseln mit Solarpanelen zugepflastert sind, dann wirkt das auf mich eher befremdlich.

Auf der Rückfahrt mit dem Boot bin ich mit einer etwas älteren Australierin ins Gespräch gekommen. Thema war, ob es heutzutage einfacher ist zu reisen oder damals. Ich bin bisher davon ausgegangen das es heutzutage viel einfacher ist, da man sich viel schneller und besser Informationen beschaffen kann. Sie meinte, früher wäre es besser gewesen, da man einfach weniger Auswahl hatte und kein medialer Konkurrenzkampf ( a la Instagram) entstand. Man war einfach weg und die Leute daheim haben es akzeptiert. Keine Sorge ich werde den Blog jetzt nicht einstellen 😉

Mittags hieß es dann wieder in den Bus einsteigen. Ziel war die ehemalige Inkahauptstadt Cusco. Dort angekommen, habe ich erst einmal in ein unfassbar tolles Hostel eingecheckt. Eine ehemalige spanische Stadtvilla die teilweiße modern umgebaut wurde. Ansonsten habe ich nicht mehr viel gemacht, denn ab morgen sollte ja das Highlight meiner Südamerika-Reise beginnen.

Mit dem Bus ging es von Cusco nach Ollantaytombo. Von dort mit dem Zug dann nach Machu Picchu City. War eine tolle Panorama Fahrt quer durch die Berge.

In der Stadt angekommen, kurze Tour durch die Stadt, Abendessen in einem sehr kitschig gestalteten Piratenrestaurant und ein Briefing für die Tour morgen und dann ging es für mich auch schon ins Bett.

Um 04:00 Uhr klingelte der Wecker, 15 Minuten später war ich auf den Beinen und es ging Richtung Machu Picchu. Nicht mit dem Bus, sondern zu Fuß. Zuerst läuft man zu einer Brücke, wo man bis 05:00 Uhr wartet, bis der Pförtner Diese öffnet. Danach geht es eigentlich nur noch steil per Treppen den Berg hinauf.

Eigentlich bin ich konditionell ganz gut beisammen, aber als ich dann um kurz vor 06:00 Uhr oben angekommen bin, war ich völlig schweißgebadet und platt. Ging aber nicht nur mir so, ca. 300 andere Mitstreiter sahen genauso aus.

Als erstes stand für mich eine zweistündige sehr informative Tour durch Machu Picchu mit einem Guide an. Ab 08:30 Uhr hatte ich dann knapp vier Stunden Zeit mich frei zu bewegen. Diese Zeit habe ich auch genutzt um diese unwirklich erscheinende Stadt aufzusaugen und den Anblick zu genießen.

Da ich noch nicht genug hatte, bin ich dann noch weiter zum Sun Gate gelaufen. Das Sun Gate befindet sich auf einem anderen Berg und ist durch den Lichtstrahl der Sonne mit einem Gebäude in Machu Picchu „verbunden“.

Da mein Ticket es mir nur erlaubt hat, bis 12:00 Uhr in der Anlage zu bleiben, ich glaub ich wäre jetzt noch dort, bin ich dann wieder den Berg heruntergelaufen da mir die Schlange an der Bushaltestelle zu lang war. Auf dem Weg nach unten ging mir durch den Kopf, was ich beeindruckender fand, Machu Picchu oder doch Angkor Wat.

Antwort: Es gibt keine Antwort! Ich glaube man sollte es auch nicht vergleichen. Beides ist von seiner Art einfach faszinierend! Bei Machu Picchu ist es die gigantische Umgebung. Ich kann absolut verstehen warum die Inkas die Berge als Götter angesehen haben. Bei Angkor Wat ist es diese Detailverliebtheit mit den ganzen Symbolen und Statuen.

Zwei Dinge haben beide aber dennoch gemeinsam. Positiv, sie wirken nicht von dieser Welt. Negativ, man muss aufpassen das man von den Massen nicht erdrückt wird. Ich bin tatsächlich froh, dass ich gerade in einer Zeit reise wo der Massentourismus noch gewisse geregelte Bahnen hat. Auch wenn es ein Tageskontigent am Machu Picchu gibt, es gibt laut unserem Tourguide schon die Überlegung eine dritte Zeitspanne einzuführen, eine Abendtour.

Als ich dann wieder unten war, ging es gegen Nachmittag mit dem Zug wieder zurück Richtung Cusco. In Cusco angekommen, ging es dann um 23:00 Uhr direkt ins Bett. Denn um 03:30 Uhr klingelte schon wieder der Wecker.

Nächster Tag, nächstes Erlebnis. Heute standen die Rainbow Mountains an. Ein Berg der aus den verschiedensten Gesteinsformationen geformt wurden. Von Cusco ca. eine 4 stündige Anreise mit dem Bus.

Am Ausgangspunkt angekommen, gab es dann wieder zwei Möglichkeiten den Berg zu erklimmen. Entweder zu Fuß oder per Pferd. Ich hab mich gegen das Pferd entschieden. Das hieß für mich von 4400m auf knapp 5100m Höhe hoch.

Da meine Reisegruppe ausschließlich aus Spanisch Sprechenden bestand, hatte ich einen eigenen Tourguide spontan organisiert bekommen. Wobei Tourguide kann ich den nicht nennen, eher Drill Instructor, eindeutig eine bessere Beschreibung.

Als ich oben angekommen bin, hab ich mich gefühlt als wäre ich auf einem Nationalmannschaftslehrgang und hätte davor 3 Monate Sommerpause gemacht. Die letzten Meter bin ich nur noch gekrochen. Ich hätte wohl eher einen Tag Pause einlegen sollen zwischen Machu Picchu und der heutigen Tour.

Kein Wunder warum ich von dem ein oder anderen für verrückt erklärt wurde. Aber hey, in der Broschüre stand was von 100 Höhenmetern und nicht 700 und außerdem habe ich doch keine Zeit!

Dennoch die Schund und Plage war nicht umsonst! Der Anblick, unglaublich! Wie als hätte eine ganze Malerfirma die Berge angepinselt!

Da mir aber der Ansturm an Menschen doch zu viel war, hab ich das Angebot von meinem Instructor, noch weiterzulaufen, wehleidig angenommen. Das hieß, ich habe das Red Valley ebenfalls gemacht. Wenn jemand irgendwann hierherkommt, unbedingt weiterlaufen, es lohnt sich!

Abends bin ich dann dementsprechend todmüde ins Bett gefallen.

Nach zwei weiteren Tagen hier in Cusco, die ich genutzt habe mir etwas die schöne Stadt anzuschauen und in der Sonne mit einem Kaffee zu sitzen, werde ich heute Abend mit dem Nachtbus nach Arequipa weiterfahren.

Es steht dann noch die paar Tage Arequipa und Lima an, ehe ich dann am 27ten den Kontinent schon wieder verlasse und in die USA fliege! Ich hatte eigentlich noch Nazca und Huacachina geplant, aber das skippe ich jetzt. Ich genieße und entdecke lieber etwas ausführlicher noch die zwei genannten Städte.

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