¡Vamos!

Kurz vor Abflug aus Neuseeland hatte ich erfahren, dass ich in der Ticketersteigerung gewonnen hatte. Ich hatte das Mindestgebot abgegeben und habe tatsächlich den Zuschlag für einen Sitzplatz in der Economy Plus bekommen.

War ein sehr angenehmer Flug, besonders da neben mir niemand saß und ich zwei Sitze für mich alleine hatte. Jetzt verstehe ich auch warum mein Vater auf Economy Plus schwört.

Der Flieger startete am 09.05.2018 um 20:00 Uhr Ortszeit in Auckland und landete um 16:00 Uhr Ortszeit in Buenos Aires. Sprich ich habe mich für ein paar Stunden in der Vergangenheit befunden. Zeitreise auf der Bucketlist sozusagen auch abgehakt 😉

Nach einer sehr kurzen Nacht in Buenos Aires ging es dann über Santiago de Chile nach Calama, dem Flughafen am Rande der Atacama Wüste. Von dort ging es mit dem Shuttlebus zum eigentlichen Startpunkt meiner Südamerika Reise, nämlich San Pedro de Atacama.

Der Weg dorthin sollte mir schon einmal vorab zeigen was mich die nächsten Tage erwarten sollte. Nämlich Wüstenlandschaft soweit man sehen kann.

In San Pedro angekommen, wurde mir vom Hostelbesitzer mitgeteilt, dass das Zimmer (4er Dorm) welches ich gebucht hatte, nicht zur Verfügung steht. Dafür bekam ich ein Einzelzimmer in einem anderen Hostel, was ich dankend angenommen habe. Nach guten 40 Stunden Anreise wollte ich einfach nur noch meine Ruhe und mich auf morgen vorbereiten.

Um 07:00 Uhr wurde ich am Hostel mit dem Bus abgeholt und an die chilenisch-bolivianische Grenze auf knapp 4000m Höhe gefahren. An der Grenze warteten auch schon die Jeeps die mich und die anderen Reiseteilnehmer die nächsten drei Tage durch die Wüste fahren sollten.

Nach einem kurzen Frühstück und dem obligatorischen Stempel im Reisepass ging es dann auch los. Wir wurden in 6er Gruppen eingeteilt, haben das Gepäck aufs Dach geschmissen und dann rief unser Fahrer auch schon „¡Vamos!“

Insgesamt waren wir 4 Jeeps à 6 Leute. Ein Jeep mit einem englischsprechenden Guide und drei Jeep die sich nur im spanischen mit dem Fahrer verständigen konnten. Ich saß natürlich in einem der drei Jeeps! Nicht gerade optimal, da ich bis auf ein paar Wörter, gar kein spanisch kann. Da meine Mitreisenden aus Österreich und Holland auch nicht wirklich spanisch konnten und der Chilene der ebenfalls mit im Jeep war, kein Englisch konnte, waren es drei sehr lustige, wild mit den Händen und Füßen gestikulierende, Tage!

Dennoch es ging ja im Endeffekt um das Sehen und nicht das Hören. Und da wurden wir absolut nicht enttäuscht.

Die Landschaft wieder komplett was anderes was ich bisher gesehen habe. Komplett karg, bis auf ein paar trockene Sträucher, absolut keine Vegetation. Die Atacama Wüste ist nicht umsonst das trockenste Gebiet auf der Welt.

Beeindruckend sind die ausgetrockneten Seenlandschaften, die Vulkane drumherum, die mit diversen Elementen des Periodensystems versetzen Lagunen und nicht zu vergessen die teilweiße gefühlt deplatzierten Gesteinsformationen die aus dem sandigen Erdreich herausragen.

Nach einem langen ersten Tag, wo wir teilweiße bis auf 5000m Höhe waren, ging es dann in der Nähe der Laguna Colorado in die sehr schlichte Unterkunft. Keine Dusche, spärliches Licht und ein 6er Zimmer warteten auf uns. Da die Unterkunft auch auf 4300m lag, war noch etwas anderes klar, es wird eine sehr kalte Nacht werden.

Zu meinem Pech hat sich in dieser Nacht auch mein Rücken zu Wort gemeldet, man ist ja auch nicht mehr der Jüngste. Das Problem dabei war, man versucht die perfekte Position zu finden um schlafen zu können, da aber jede Bewegung in dieser Höhe den Puls auf gefühlt 180 hochschnellen lässt, war ich in einem Teufelskreis gefangen.

Zerknirscht und todmüde ging es dann in den nächsten Tag. Aber was soll’s, wer reisen will muss auch mal Strapazen in Kauf nehmen, ist ja nicht so das ich das mittlerweile nicht gewohnt wäre.

Zum Frühstück gab es Coca Tee um der Höhenkrankheit etwas vorzubeugen, da doch einige mit Symptomen zu kämpfen hatten. Was bei uns daheim verboten ist, ist hier eine ganz normale Sache. Meins wars nicht, ich bin auf Kamille umgestiegen.

Ein weiterer ereignisreicher Tag, wieder mit jeder Menge Sehenswürdigkeiten wie die Mountains de Coloures, die Piedra Felsen und einige Lagunen.

Auf der Fahrt zum nächsten Hostel hatte einer der anderen Jeeps einen Reifenplatzer. Nichts weiter passiert, nach einem Reifenwechsel ging es weiter.

Heute übernachteten wir in einem Hostel was komplett aus Salz gebaut wurde, quasi als Vorgeschmack was uns morgen erwarten wird.

Um 05:00 Uhr morgens unter einem beeindruckenden Sternenhimmel, die Milchstraße war unfassbar klar, ging es dann auf den Salzsee von Uyuni. Mitten auf dem See warteten wir auf den Sonnenaufgang, der wunderschön war.

Nachdem die Sonne recht hoch stand, ging es zu einer Insel mittig des Sees. Der Isla Incahuasi. Diese Insel ist mit unzähligen Kakteen bewachsen und bildet mit dem Salzsee, welcher wenn man es nicht wüsste wie Schnee aussieht, ein sehr surreales Bild. Diese Insel ist auch ein Teil des berühmten Inca Trails.

Zum Abschluss unserer Reise fuhren wir noch weiter auf den See und haben dort dann sehr lustige Bilder gemacht. Da es auf dem See keinen Hintergrund gibt, kann man den Blickwinkel eines Bildes verfälschen. Etwas Großes ist auf einmal klein und umgekehrt. War eine sehr lustige Sache.

Eigentlich wollten wir danach dann zum Ziel fahren, nämlich in die Stadt Uyuni, aber plötzlich war ein Jeep verschwunden. Kein Empfang und wie erwähnt nichts woran man sich orientieren könnte, perfekte Voraussetzungen um das Auto zu suchen.

Unsere Guides haben uns dann mitten in der Wüste am Museo de Sal rausgeschmissen und sind das Auto suchen gefahren. Nach gut einer Stunde waren sie zurück mit dem anderen Jeep am Abschleppseil. Motorschaden.

Zum Glück war es nicht mehr weit und nachdem wir dann noch beim bekannten Zugfriedhof waren, trennten sich unsere Wege. Die meisten meiner Mitreisenden sind mit dem Nachtbus nach La Paz gefahren. Ich hab die entspanntere Alternative genommen und bin geflogen.

Ein sehr angenehmer Flug, auch wenn ein Techniker meinte er müsse während des Fluges Teile des Flugzeuges reparieren. Manchmal merkt man, dass man ab und an einfach nicht weiter drüber nachdenken sollte. Ich bin gut in La Paz angekommen und das zählt.

Ein Tag La Paz und dann geht es auch schon weiter. Ab morgen geht es mit dem Bus Richtung Peru. Wie erwähnt ein knackiges Programm, aber bisher alles sehr beeindruckend

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: