Entlang der Küste – Der Weg ist das Ziel

Bevor ich euch wieder ein Mal versuche mit einem meiner Blogeinträge die Reise meines Lebens näher zu bringen, muss ich mich erst einmal entschuldigen. Ja das Ganze hat jetzt tatsächlich etwas länger gedauert! Ich hatte ja im letzten Eintrag gemeint, dass ich mich auf den Jakobsweg in Spanien begeben werde und diese Zeit auch als digitale Detoxkur betrachten wollte. Das dies jetzt so lange gedauert hat, war nicht geplant, aber ehrlich gesagt war meine Motivation nach der endgültigen Rückkehr nach Deutschland sehr begrenzt.

Nachdem ich jetzt aber wieder ein paar Wochen im Lande bin und die letzten Tage gemerkt habe, dass ich diesen Eintrag brauche um tatsächlich abschließen zu können, hab ich mich jetzt einfach mal früh morgens dran gesetzt und schreibe einfach mal drauf los ohne groß meine Notizen zur Hand zu nehmen und einfach das zu schreiben was mir an tollen Erfahrungen im Kopf geblieben sind.

Da ich mich für den Camino del Norte entschieden hatte, sprich den Küstenweg, startete meine Reise in Bilbao. Normalerweise beginnt der Weg in Irun, also an der französischen Grenze. Die Busfahrt dorthin habe ich mir allerdings gespart, da es von Bilbao noch genügend Kilometer bis nach Santiago de Compostela sind.

In Bilbao angekommen, kurz durch die Stadt gelaufen, anschließend im Hostel eingecheckt und mir in der Kathedrale von Bilbao noch meinen ersten Stempel in meinen Pilgerpass stempeln lassen. In der Kathedrale habe ich dann auch erfahren, dass diese Kirche neben der Kathedrale in Santiago die einzige Kirche in Spanien ist, die auf Jakobus geweiht ist! Fand ich dann im Endeffekt ganz passend das ich in Bilbao gestartet bin und dies war dann auch mein Totschlagargument für alle Pilger die mir während meines Weges gesagt hatten, dass ich doch in Irun hätte starten sollen.

Wie beginnt man so eine Reise? Natürlich habe ich viel gelesen gehabt, unter anderem das Buch vom Kerkeling. Ebenso hatte ich eine Wegbeschreibung dabei und habe mir jede Menge Tipps aus dem Internet gemerkt. Dennoch ist der erste Tag doch etwas besonderes. Man steht auf, entwickelt sein erstes morgendliches Ritual, zieht die neuen Wanderschuhe an, schultert den noch viel zu schweren Rucksack und fängt einfach an zu laufen. Trotzdem gehen einem viel zu viele Gedanken durch den Kopf! Ein kleiner Einblick in meinen Kopf: „Bist du dir sicher?“, „Wohin willst du heute laufen?“, „Hast du an alles gedacht?“, „Warum liegst du nicht einfach am Strand?“, etc.

Da der erste Tag jetzt auch keine Perle unter den Wanderwegen war, es ging relativ lange durch Industriegebiet direkt an der Straße entlang, waren die Gedanken ob es das richtige ist, permanent da. Diese Gedanken legten sich dann allerdings zum ersten Mal, als ich nach knapp 18km das Meer erreicht hatte.

Nach einer ersten frischen Brise Seeluft, habe ich mich nach Pobena aufgemacht, wo ich die erste Alberque (Jugendherberge) aufgesucht hatte. Dies stelle sich auch direkt als Glücksgriff heraus, da ich dort eigentlich meine ganzen Freunde für den restlichen Weg kennengelernt hatte. Jonny (Brite), Meg (Ami, lebt aber in Spanien), Conny (Deutsche) und Christy, Jared und Kirsty (Amis). Die Namen führe ich auf, weil Sie sicher im folgenden Bericht das ein oder andere Mal vorkommen werden.

Was den Jakobsweg ausmacht, ist einfach das man komplett unkompliziert mit Menschen zusammen kommen kann. Jeder hat eine andere Physische und Psychische Beschaffenheit aber das Ziel Santiago zu erreichen schweißt zusammen. Dies sollte mir auf meinem Weg noch mehrmals bewusst werden.

Nach einem tollen Abendessen mit fast Allen aus der Herberge, immerhin waren wir knapp 20 Leute in einem Raum, und tollen interessanten Gesprächen über die ersten Eindrücke ging es tatsächlich schon um zehn für mich ins Bett. Lag zum Einen daran das ich todmüde nach den ersten 21km war und zum Zweiten, dass der Herbergsvater tatsächlich das Licht ausgemacht und abgeschlossen hatte.

Nächster Morgen und das selbe Ritual. Wie jeder Deutsche, das haben tatsächlich NUR die Deutschen gemacht, erst einmal die Füße mit Hirschtalg eingecremt, die Socken drüber, wirklich ein ekliges Gefühl, danach Sportoutfit an und die Schuhe an und los. Ich war um 08:30 doch einer der Letzten der sich aufgemacht hatte. Erst einmal einen Kaffee und dann ging es entlang der Küste. An dem Tag habe ich das erste Mal gemerkt, dass ich doch einer der schnelleren Läufer bin, denn ich hab den ein oder anderen, besonders an Steilpässen, überholt.

Eigentlich wollten wir uns alle heute in Castro Urdiales treffen, nachdem ich aber dort angekommen bin und mein Körper zu mir sagte, Chris ich will mehr, bin ich noch ein Stück weiter gelaufen, um ehrlich gesagt knapp 10km. Zu meiner Überraschung war Conny auch in der Herberge mit zwei weiteren Deutschen, Nils und Tom. Was den Jakobsweg ausmacht, habe ich schon sehr schnell mitbekommen. Egal wohin du gehst, du triffst immer Freunde.

Der folgende Tag sollte auch der gefährlichste meiner Reise sein. Der Camino del Norte ist deshalb so toll, weil es nicht wie beim Camino Frances nur einen festgelegten Weg gibt, sondern mehrere parallel verlaufende Wege. Manche offiziell, manche wo man verstehen kann warum sie in den Reiseführern nicht eingetragen sind. So einen Weg haben wir heute gewählt. Eigentlich wollte ich ja alleine laufen, aber nachdem Nils zu mir meinte ob wir heute nicht zusammen laufen wollten, da der gestrige Abend doch sehr unterhaltsam war , hab ich mich mit einer kleinen Gruppe aufgemacht. Wir wollten direkt an der Küste entlang laufen, dies bedeutete aber das wir über einen Berg klettern mussten. Wir hätten es schon ahnen müssen, als wir steil einen Ziegenpfad nach oben gelaufen sind, dass es nicht einfach werden wird. Dennoch geschafft und die Aussicht hat absolut entschädigt. Das Problem war nur, dass wir nicht wussten wie wir auf der anderen Seite wieder runterkommen sollten.

Klar der Jakobsweg ist überall entweder mit gelben Pfeilen oder Muscheln gekennzeichnet, aber nunja wenn man diese Wegweißer nicht mehr findet, dann muss man etwas improvisieren. Nachdem ich mich erst einmal auf die anderen verlassen hatte und wir völlig lost waren, hab ich dann zu den Jungs gesagt, das lassen wir jetzt und machen uns auf den Rückweg! Irgendwann sind doch wieder die Pfeile ausgetaucht, man konnte einen Pfeil nicht sehen, da er hinter einem Gebüsch war. Wir waren doch sehr froh als wir endlich wieder vom Berg runter waren.

In der nächsten Stadt angekommen, eigentlich wollten wir alle weiter aber der Weg heute war einfach zu anstrengend mit der ganzen Kletterei, sind wir erst einmal Mittag essen gewesen und haben uns überlegt was wir heute machen. Nils hat uns dann mitgeteilt das er heimfliegt. So schnell kann es gehen. Er hat keinen Sinn mehr in der Tour gesehen, er hatte aber auch was zuhause zu klären. Conny hatte plötzlich einen dicken Fuß und konnte nicht mehr laufen. Da sie plötzlich kurz vor einem Kreislaufkollaps war, haben Meg und ich sie in eine Herberge gebracht, später war Meg mit ihr auch noch im Krankenhaus. Die Nachricht des Abends war dann, dass Conny nicht mehr weiterlaufen kann und die Tage ebenfalls heimfliegt. Das hat dann doch für den ersten wirklichen Respekt vor dem Weg gesorgt.

Am nächsten Tag hatte ich dann auch mit den ersten Wehwehchen zu kämpfen. Ich hatte eine große Blase am kleinen Zeh. Pflaster drauf und gut ist, dachte ich mir. Als ich dann Nachmittags in der verrückten Herberge in Güemes angekommen war, sah der Zeh schon nicht mehr schön aus. Völlig vereitert und leichte bläuliche Abdrücke. Zum Glück hatte ich eine superliebe Krankenschwester in meinem Zimmer, die mich erst einmal versorgt hatte. Die mir aber auch den Rat gab, einen Tag Pause zu machen.

Daran habe ich mich natürlich nicht gehalten. Güemes ist ein reines Kuhdorf, deswegen habe ich die Wanderschuhe am kommenden Tag ausgelassen und bin die 13km nach Santander mit meinen Flip Flops gelaufen. Tat zwar höllisch weh. Meg die an mir vorbeigespurtet ist, ich hab noch nie so eine schnelle Wanderin gesehen, sie hatte aber auch ein bestimmtes Datum vor den Augen, was weit vor meiner Ankunft in Santiago liegt, hat sich nur kaputt gelacht das ich mit Flip Flops genauso schnell laufe wie mit meinen Schuhen. In Santander angekommen, habe ich mir dann ein Hotelzimmer für die kommenden zwei Nächte besorgt um dem Fuß wenigstens einen Tag Ruhe zu geben.

Wie das so ist mit der heutigen Zeit, man hat ja dann doch sein Handy dabei und ich wusste das Jonny heute auch in Santiago ankommen wird. Haben uns zum Abendessen verabredet, was dann aber doch eher in ein Trinkgelage abgedriftet ist, weil zeitgleich auch noch Fussball WM im TV lief. Ich musste ja am nächsten Tag nicht raus.

Da ich jetzt doch schon wieder viel zu viel schreibe, vielleicht sollte ich ja ein Buch schreiben über meine Erlebnisse, werde ich jetzt etwas abkürzen.

Die nächsten Tage sollten ganz interessant werden. Ich bin meist allein gelaufen, habe aber Jonny und die drei anderen Amis immer wieder auf dem Weg oder spätestens Abends in den Unterkünften wieder getroffen. Waren immer sehr gesellige Abende in sehr netten Dörfern. Meißt gab es das Pilgermenü für 10€, was Vorspeise, Hauptgang, Nachtisch und eine halbe Flasche Wein beinhaltet hat. Machen wir uns nichts vor, der Jakobsweg ist doch durchaus feucht fröhlich.

Kurz bevor ich dann Gijon erreicht hatte, war ich noch in einer etwas anderen Unterkunft, einer veganen alternativen Kommune. Die Weltanschauung teile ich zwar nicht unbedingt, aber es war dennoch interessant mal andere Ansichten zu hören. War ein sehr netter Abend mit vielen interessanten Menschen.

In Gijon hatte ich dann auch wieder einen Tag Pause eingelegt. Der Zeh hatte sich immer noch nicht erholt und sollte mich auch noch den kompletten restlichen Weg beschäftigen. Das war mittlerweile auch schon eine kleine Story auf dem Weg, dass so ein Hüne wie ich, durch so ein kleines Körperteil ausgeknockt werde. Zumindest wurde ich von einer mir bis dato unbekannten Person darauf angesprochen ob ich das sei! Ich hab es einfach als meine Bewährungsprobe erachtet. Niemals aufgeben, einfach durch!

Der Weg von Gijon nach Ribadeo, also das letzte Stück entlang der Küste sollte mir dann zeigen, dass es doch durchaus jede Menge verrückte Personen auf dem Weg gibt. Sei es der sich ohne Geld durchschlagende duschgeknallte Südtiroler, der andere spätere Pilger indirekt ausnutzt weil er die auf Spende basierenden Unterkünfte, meiner Ansicht nach, sabotiert. Oder sei es ein alter Spanier der sich an dich heftet und dich mit dem größten „Bullshit“ zumüllt den du je gehört hast.

Dennoch, der größte Teil der Pilger sind vernünftige Leute mit denen man super auskommt. Auf dem Jakobsweg lebt tatsächlich die Europäische Idee. Was ehrlich gesagt wunderschön ist! Jeder kommt mit jedem aus, man unterhält sich, ist nicht voreingenommen. Da werden nächste Treffen ausgemacht, da werden ernste Themen angesprochen „ wie z.B. würdest du für die Rechte deines Landes eintreten oder die einer europäischen Gemeinschaft? Der Kanon dieser Frage war tatsächlich ein gemeinsames Europa. Allgemein lernt man Leute kennen, die du im Alltag niemals kennenlernen würdest.

Die Tage verstreichen, das Morgenritual ist nach wie vor präsent, das einzige was sich ändert ist, die Strecken werden länger! Am Anfang waren es immer maximal 25km, mittlerweile ist kein Tag mehr unter 30km, die ersten 40km habe ich auch schon geknackt. Mein täglicher Durchschnitt schraubt sich immer weiter nach oben. Nicht weil ich mir was beweisen muss, ich weiss das ich Wettkämpfer bin und vieles schaffen kann, sondern einfach weil mein Körper es mittlerweile von mir verlangt. Wenn ich sage, heute mal etwas ruhiger, ich bin eh schon viel zu früh in Santiago, merke ich tatsächlich dass ich am vorgezogenen Tagesziel ganz hibbelig werde und dann einfach nochmal 10 bis 15km dranhänge.

Als ich dann endlich in Ribadeo angekommen bin, stand ich vor der Entscheidung die mir schon seit Tagen durch den Kopf geht. Soll ich weiter dem Del Norte folgen und jetzt die Küste verlassen oder soll ich mich auf eigene Faust durchschlagen. Ich hatte im Internet gelesen, dass es einen inoffiziellen Weg Names Camino del Mar gibt, der von Ribadeo weiter an der Küste entlang bis nach Ferroll führt, wo der Camino Ingles beginnt. Dies würde aber auch bedeuten, dass ich definitiv niemanden mehr meiner Bekannten treffen werde, da ich viel zu früh in Santiago sein werde. Nachdem Jonny mir vorgestern aber mitgeteilt hatte, dass er ebenfalls aufgibt, habe ich nach zwei großen Kaffee zu mir gesagt, komm, wähle das Abenteuer, mal sehen was dich erwartet.

Nach guten 42 KM an diesem Tag war ich mehr als enttäuscht! Der Jakobsweg ist allgemein ein wunderschöner Weg, teilweiße kommt man sich wie in den Bergen Österreichs vor, aber er ist ein sehr asphaltierter Weg. Ich habe eigentlich gedacht, es ist wie wenn ich durch die Pfalz wandere. Aber nein, bis auf wenige Ausnahmen könnte man jetzt mal ergonomisch aussen vor gelassen, den kompletten Weg auch mit Turnschuhen laufen. Dennoch diese Tagesetappe ging zwar am Meer entlang, aber komplett über asphaltierter Fläche. Das hat meinem Kopf und meinen Gelenken so gar nicht gefallen.

Daraufhin ist in meinem Kopf der Gedanke gereift, einfach den restlichen Weg nach Ferrol mit dem Zug zu absolvieren. Da man für den „Sündenerlass“ und die Urkunde in Santiago eh nur die letzten 100km laufen muss und der Camino Ingles 118 KM misst, hätte ich mein Soll ja eh erreicht. Die anderen 560 KM waren ja nur „Vergnügen“. Gedacht und dann auch getan. Zwei Stunden mit der Küsteneisenbahn von Santiago de Foz nach Ferrol.

Dort angekommen, wieder einen Tag Pause gemacht und dann die Strecke geplant. Der Ratgeber gibt 5 bis 6 Tage vor. Ich bin es in 3 Tagen gelaufen.

Waren 3 sehr intensive Tage, insbesondere Tag 2 da ich dort meinen Rekord von 48 KM aufgestellt hatte. Die Herberge war leider schon voll und der Camino Ingles ist bis auf die hervorragend ausgezeichneten Wege doch noch sehr im Dornröschenschlaf, das spiegelt sich in der spärlichen Anzahl an Unterkünften wieder.

Nach 23 Tagen, wobei ich davon 20 Tage gelaufen bin, habe ich mein Ziel Santiago de Compostela mit dem Erreichen des Vorplatzes der Kathedrale geschafft.

Es waren knapp 680 sehr intensive Kilometer! Mit allen Höhen und Tiefen. Mental war ich wirklich sehr fit, vllt auch etwas zu ehrgeizig, aber ich wollte es mir beweisen. Körperlich bis auf den kleinen Zeh, den ich mir zwischenzeitlich abschneiden wollte, war auch alles wunderbar.

Hape Kerkeling hatte in seinem Buch geschrieben, dich erwartet in Santiago das was du verdienst. Als ich dort angekommen bin und die ganzen Grüppchen von Pilgern gesehen habe die zusammen gefeiert haben, habe ich tatsächlich etwas Zweifel gehabt ob es das Richtige war, komplett alleine zu laufen. Ich hab mich doch etwas alleine gefühlt. Sinnbild meiner Reise, als ich überlegt hatte ob ich Südamerika wirklich noch machen sollte. Nachdem aber in der Kathedrale das riesige Weihrauchfass durch das Schiff flog, was nicht alltäglich ist, ebenso nach der Messe ein Orchester klassische Musik vor der Kathedrale zum Besten gab und es ein kleines Feuerwerk gab, hab ich doch ein für mich sehr versöhnliches Ende in Santiago gefunden!

Ich hatte ja vorab überlegt ob ich weiterlaufen sollte bis ans Ende der Welt. Viele Pilger wenn sie Santiago erreichen, sind noch nicht fertig mit ihrer Reise und laufen dann bis nach Fisterra. Für mich war vor der Kathedrale fertig! Ich bin angekommen und wusste, ich bin da! Da ich aber dennoch ans Ende der Welt wollte, bin ich einfach mit dem Bus gefahren.

Dort angekommen, habe ich mir ein Hotelzimmer für zwei Nächte genommen und hab ein wenig das kleine Fischerörtchen erkundet. Als ich durch eine x-beliebige Straße gelaufen bin, kam mir eine Person entgegen wo ich echt dachte das kann nicht sein! Auf einmal stand Meg vor mir! Definitiv einer der schönsten Momente des Jakobswegs! Jemand vertrautes nach Tagen wieder zu sehen! Ein sehr tolles Gefühl.

Bin dann Abends mit ihr, einer Freundin von ihr und zwei extrem lustigen Australiern an den berühmten Leuchtturm gelaufen und haben uns einen der schönsten Sonnenuntergänge die ich jemals gesehen habe angeschaut. Lag vllt auch eher daran, dass dieser Sonnenuntergang eben ein Abschluss einer sehr intensiven Reise war. Auf die obligatorische Klamottenverbrennung haben wir verzichtet, stattdessen gab es ein typisches spanisches Picknick, mit Wurst, Käse und jeder Menge Wein.

Nach meiner Rückkehr wartete in Santiago der Vater einer meiner besten Kumpels auf mich. Er wollte sich das ganze Mal anschauen wie das mit dem Pilgern so abläuft. War ein sehr lustiger Tag mit ihm. Am kommenden Tag ist er dann ebenfalls nach Fisterra gefahren und ich habe die zwei Tage bis mein Flieger wieder nach Deutschland ging in Santiago verbracht. Leider keinen meiner Mitstreiter die ich erwähnt oder eben nicht erwähnt habe, wieder gesehen! Aber das ist eben auch der Jakobsweg! Viele flüchtige Gesichter! Bei manchen ist es schade, bei manchen eben auch nicht.

Und das Fazit? Ich Machs wieder ! Vielleicht nicht nächstes Jahr! Aber irgendwann auf jeden Fall! Ich kann es auch nur weiterempfehlen! Es bereichert einen ungemein. Man ist für sich, man lernt viel neues kennen und man kann die Natur geniessen. Ebenso kann es jeder laufen. Ich hab eine 18Jährige Litauerin kennengelernt die extrem flink zu Fuß war, aber auch einen 75 jährigen Spanier der extrem entspannt ohne Rucksack gelaufen ist, oder eine fast schon an Krücken laufende Frau mittleren Alters. Der Weg ist das Ziel und es ist egal wie schnell man läuft! Ich habe es genossen schnell zu laufen, viele meiner Mitstreiter sind nicht über die 20km am Tag hinaus gekommen. Die Ausrede zählt also nicht! Wenn man es will, schafft man es auch! Der Camino ist ein perfektes Beispiel.

Jede Menge geschrieben, aber das ist tatsächlich nur ein Bruchteil dessen was passiert ist. Zum Glück habe ich nicht die Notizen zu Rate gezogen! Ich denke für einen Überblick reicht es alle mal! Ich hoffe ich kann das lange warten damit entschädigen 🙂

Die spannende Frage nach dem Wohin?

Nachdem ich mit meinem Vater und meinem Bruder die beiden großen amerikanischen Städte am Pacific, San Diego und Los Angeles besucht habe…

Beide waren interessant, teilweiße schön, aber auch Illusionsraubend! Ich spreche hier von Los Angeles. Der schöne Schein Hollywoods, existiert nur im Film und stinkt im wahren Leben dann doch nach Urin.

San Diego allerdings hat mir durchaus sehr gefallen. Hätte ich in den USA studiert, wäre die Wahl wohl auf diese Stadt gefallen, mal Kosten, Stipendium und Blabla mal aussen vor gelassen.

… ja genau, zum Abschied meines Vaters und Bruders wollte ich ja was schreiben. Nach guten 2 1/2 Wochen wo die Beiden mich mit auf ihren Westcoast Trip mitgenommen haben, waren echt toll. Wir haben zwar ordentlich Meilen gemacht, im Endeffekt waren es bei mir knapp 3000, aber jede Meile hat sich gelohnt, denn wir haben doch so einiges in unseren Trip packen können.

Nachdem sich die Beiden dann Richtung San Francisco aufgemacht hatten, habe ich auf meinen Kumpel Christof gewartet, dass er mich am Hotel abholt. Tags zuvor hatte er mir noch geschrieben, dass unsere gemietete Wohnung für die nächsten Tage nicht zur Verfügung steht und sein Auto den Geist aufgegeben hatte. Beste Voraussetzungen also für ein paar coole Tage in Los Angeles.

Das mit der Wohnung hatten wir schon klären können, als er dann am Hotel mit einem typischen amerikanischen Cabrio aufgetaucht ist, war das zweite Problem auch behoben.

Zu den paar Tagen gibt es nicht viel zu sagen, ausser: Wir hatten Spass! Zwar nicht so viel wie eigentlich vorgenommen, aber es hat gereicht! Einiges gesehen, paar Bars und Clubs abgecheckt und ja typisch amerikanisch uns die Wampe vollgeschlagen.

Am letzten Tag meines Aufenthalts, ist noch eine Freundin, die Stewardess bei der Lufthansa ist, beruflich vorbeigekommen.

Jetzt ist die Sache, lasse ich die Bombe direkt platzen oder baue ich langsam auf?Ich denke mit brachialer Gewalt ist es genialer!

Alsoooo… ich hätte ja jetzt auch schreiben können, eine Freundin ist vorbeigekommen, das mit Lufthansa etc. hätte ich mir sparen können. Warum also erwähne ich das? Aus folgendem Grund, ich muss das jetzt auf englisch machen, irgendwie klingt das besser. Also passt auf:

„I‘m coming Home!“

Ja ich habe mich tatsächlich dafür entschieden einen neuen Plan zu machen! Den Blog veröffentliche ich zwar erst am Mittwoch (20.06) aber eigentlich sitze ich gerade (Sonntag, 17.06) in Toronto am Flughafen und warte auf meinen Flieger Richtung Frankfurt.

Warum? Weshalb? Wieso? Und warum Toronto?

Viele Fragen, die ich aber gerne beantworte um euch meine Entscheidung näher zu bringen!

Die einfachste Frage ist vielleicht warum bin ich in Toronto und fliege nicht direkt nach Deutschland? Meine liebe Freundin konnte mich aus Überbuchung doch nicht mitnehmen, ich stand auf der Standby Liste. Wir haben etwas gepokert! Im Glücksspiel war ich noch nie gut! Deswegen musste ich mir spontan eine Alternative suchen.

Diese Alternative bestand darin, über Toronto zu fliegen. Somit bin ich am Montag früh wieder in Good old Germany! Zufälligerweise passend zum Hochzeitstag meiner Eltern! Ich bin schon ganz gespannt auf das Gesicht meiner Mutter! Es wird herrlich!

Nachtrag: es war herrlich;)

Logische Konsequenz das ich den Blog erst nachdatiert online stelle um die Überraschung nicht zu versauen.

Soooo… jetzt aber die anderen Fragen. Wieso nicht Kanada als Nächstes? Nunja das ist für mich persönlich einfach erklärt! Ich hab einfach keine Lust Kanada allein zu machen! Besonders bei Kanada kommt hinzu, dass ein Wohnmobil / Camper schweineteuer ist und ich Kanada einfach auf einen späteren Zeitpunkt im Leben schieben möchte.

Bevor ich jetzt aber auf diverse Kaffeekränzchen eingeladen werde um von meinen Abenteuern zu erzählen, die vielleicht nicht unbedingt im Detail auf dem Blog stehen. Ich muss euch leider enttäuschen! Ich sitze jetzt gerade schon wieder am Flughafen!

Ja.. ich war wieder zuhause! Meine Weltreise ist zu Ende! Ich bin nach 136 Tagen wieder in Mannheim angekommen! Aber, ich habe noch nicht genug! Teil 2 hat jetzt gerade hier begonnen.

Wie? Was heißt Teil 2? Nein, ich fliege nicht wieder nach Asien oder Südamerika! Ich bin genügsamer, es geht für mich „nur“ nach Spanien!

Wenn jetzt einer denkt er würde mich am Ballermann finden. Nein, das auch nicht, eher das komplette Gegenteil!

Was mach ich denn nun, fragt ihr euch sicher! Aufgepasst, eine kurze Story:

Eine Mitschülerin hatte nach unserem gemeinsamen Abi damals etwas gemacht, was ich irgendwie damals schon durchaus interessant fande! Sie hat sich 6 Wochen Auszeit vor dem Studium gegönnt, hat den Rucksack gepackt, die Wanderschuhe angezogen und ist Richtung Santiago de Compostela gewandert!

Ich werde ihr das gleichtun!

Ich begebe mich auf den Jakobsweg!

Tadaaaa! Mein Teil 2!

Der Flieger wird mich jetzt gleich nach Bilbao bringen, wo ich mir den Weg Richtung Santiago bahnen werde! Nicht auf dem klassischen Jakobsweg, sondern dem etwas ruhigeren, dafür aber anstrengenderen Küstenweg. Laut Reiseführer sind das gute 710km.

Ich hab mir eine Reisezeit von 5 Wochen gegeben und bin fest entschlossen zum Ende noch ein paar Tage Puffer zu haben um eventuell die Stadt Fisterra zu erreichen! Quasi die Weltreise an einem Ort zu beenden der für viele Jahrhunderte als „Ende der Welt“ galt. Irgendwie passend, wenn man bedenkt, dass ich so viel mehr von dieser Welt gesehen habe, als einen Blick auf den Atlantik.

Um den Weg auch tatsächlich auf mich wirken zu lassen, werde ich auch den Blog und größtenteils die Kommunikation nach Hause ruhen lassen. Ich möchte mich den Prinzipien des Jakobsweges wirklich verschreiben. Das heißt spirituell, mental, körperlich und auch religiös ihn wirken zu lassen und mich von der Aussenwelt weitesgehenst zu distanzieren und nur meine tatsächliche Umwelt an mich ranzulassen.

In diesem Sinne, bis in ein paar Wochen!

Durch den Westen der USA

Nach einem großen Wiedersehen am Flughafen von San Francisco ging es für mich mit meinem Vater und Bruder Richtung Downtown. Im Hotel eingecheckt und direkt die Umgebung abgecheckt. Da wir relativ zentral am Pier 39 das Hotel hatten und es schon spät war, sind wir kurz die mit Menschenmassen gefüllte Promenade entlanggelaufen und haben noch was zu Abend gegessen.

Am nächsten Tag sollte die Reise dann wirklich beginnen. Wir haben uns direkt morgens Fahrräder ausgeliehen und hatten uns das Hafenstädtchen Sausalitos auf der anderen Seite der Bay als Ziel gesetzt. Gesagt getan ging es über die berühmte Golden Gate Bridge, eine tatsächlich architektonisch grandiose Brücke, Richtung Tagesziel.

Dort haben wir dann auch erfahren, weshalb es einem so vorkommt als sei Feiertag und jeder hätte frei! Tatsächlich war Feiertag, nämlich Memorial Day! Das erklärt so einiges. Alcatraz war für die nächsten Tage komplett ausgebucht, diverse Sehenswürdigkeiten waren so überlaufen, dass man mehrere Stunden hätte anstehen müssen. Wir haben uns dann einfach auf die Innenstadt San Franciscos und den Hafen konzentriert.

Eine klassische Cabel Car Fahrt, einmal die geschwungene Lombard Street mit dem Auto runter, die Reihenhäuser aus der Serie FullHouse, eine Rundfahrt durch die Bucht und eben die Piers gehören zu einem Besuch in San Francisco einfach dazu.

Nach drei Tagen San Francisco ging es dann mit unserem geliehenen SUV auf die Straße. Der Roadtrip sollte beginnen.

Am ersten Tag haben wir es etwas entspannter angehen lassen. Wir sind ins Silicon Valley gefahren und haben dank eines Freundes unserer Mutter eine private Führung durch den Google Komplex bekommen. Sehr interessant und ganz anders wie erwartet. Würd ich dort arbeiten, würde mich keiner mehr aus der Kantine bekommen.

Nächster Tag und endlich etwas für Naturfreunde wie mich. Es ging in den Yosemite Nationalpark. Ausgesprochen wird der übrigens „Josimiti“, nur mal so nebenbei.

Ein wunderschöner Park indem man eindeutig mehrere Tage verbringen könnte. Leider hatten wir nur einen Tag Zeit. Also „Wanderschuhe“ an, in meinem Fall waren es meine ausgelatschten Bootsschuhe, die einzigen Schuhe die meine Reise noch überstanden hatten. Ich hatte gehofft vorher noch in einem Outlet shoppen gehen zu können, aber leider hatten die in dem Einem an dem wir vorbeigekommen sind, keine Kindersärge.

Dennoch auch mit nicht passenden Schuhen, war es ein Erlebnis. Die Sehenswürdigkeiten im Yosemite Valley, wie El Capitan, Yosemite Falls, Mirror Lake und die Vernal Falls sind gut in einem Tag zu machen und sind wirklich toll. Für längere Touren brauch man dann aber doch mehrere Tage.

Nachdem wir Yosemite abgehakt hatten, haben wir uns auf den Weg ins Death Valley gemacht. Auf dem Weg dorthin sind wir noch durch diverse andere kleinere Parks gefahren. Sind an tollen Bergseen vorbeigefahren, wir waren teilweiße auf 3000m Höhe. Oder haben komische Gesteinsformationen besichtigen können, immer mit einem Auge auf die Sträucher ringsherum ob vielleicht nicht doch eine Klapperschlange irgendwo ist.

Tagsdrauf im Death Valley angekommen, wo uns zur Mittagszeit dann 44 Grad erwartet hatten, waren wir schon etwas, ich will nicht sagen enttäuscht, aber wir dachten es sei spannender. Einfach nur durchfahren und mal kurz halten reicht vollkommen aus. Immerhin waren wir am tiefsten Punkt der USA ( 86 Meter unterm Meeresspiegel).

Dafür waren wir dann dieses Mal recht früh in unserem Motel. Das Motel lag direkt an der Grenze von Kalifornien zu Nevada, sprich, es war dann auch schon das allererste Casino. Als wir eingecheckt hatten, dachten wir zuerst wir wären irgendwie in die Vergangenheit gereist, gefühlt in die 50er Jahre des letzten Jahrhundert. Mehr Klischee geht nicht. Abendessen gab es dann in einem Saloon direkt auf der Staatsgrenze. Ein Saloon wie man ihn sich vorstellt wenn man mit seiner Harley durch die Gegend fährt. Essen war richtig gut, durften uns an der Wand verewigen und haben die Finals der NHL im TV geschaut.

Nächster Tag, nächstes Ziel. Dieses Mal ab nach Las Vegas!

Der erste Tag in Las Vegas bestand darin, erstmal wie es sich gehört in einem USA Urlaub, shoppen zu gehen. Fünf Paar Schuhe später, wie krieg ich die nur nach Hause, ging es dann ins Hotel. Wir hatten zwei Nächte im Hotel Circus Circus gebucht. Ein etwas älteres Hotel & Casino, Ausstattung etwas verstaubt aber noch mit klassischen einarmigen Banditen.

Am zweiten Tag stand dann der Strip an. Einmal komplett abgelaufen und diverse Casinos abgecheckt. Schon interessant was von Casino zu Casino aufgefahren wird um die Zocker und ihr Geld anzulocken.

Da es in Vegas genauso warm war wie im Death Valley, sind wir Mittags mit dem Auto zum Hoover Damm gefahren. Nach einer kurzen Besichtigung wieder zurück nach Vegas und gegen Abend dann nochmal auf den Strip. Nach einem guten Abendessen, haben wieder mal ein Outback Steakhouse, darauf schwören wir schon länger, gefunden und haben dann ganz klassisch die Wasserspiele am Bellagio bestaunt.

Nachdem wir zwei Tage in Las Vegas waren ging es dann wieder in die Natur. Heute stand der Bryce Canyon an. Absolut ein Muss wenn man auf dem Weg zum Grand Canyon ist, es ist zwar ein großer Umweg aber es lohnt sich. Es gibt mehrere Aussichtspunkte die man bequem mit dem Auto erreichen kann, wenn man nicht groß wandern will.

Bryce Canyon auch abgehakt, ab zum nächsten Nationalpark. Heute stand das Horseshoe Bend, Antelope Canyon und das Monument Valley an. Alles nicht gerade nah beieinander, da ich aber nicht fahren muss, hab ich es mir seit Tagen schon auf der Rückbank gemütlich gemacht.

Horseshoe Bend ist wirklich toll, auch wenn es touristisch wahnsinnig überlaufen ist. Antelope Canyon kannte ich von vielen Bildern bei Instagram, da dort aber auch ein Menschenauflauf war und man dort nur überteuerte Touren buchen konnte, haben wir das ausgelassen und sind direkt weitergefahren. Für jeden Westernliebhaber ist das Monument Valley dann wiederum beeindruckend.

Abends haben wir dann in einem Motel direkt an der berühmten Route 66 in Flagstaff eingecheckt. Die NBA Finals in einer klassischen amerikanischen Sportsbar haben den Abend dann ausklingen lassen. Nach ein paar unterschiedlichen Biersorten muss man einfach wieder mal feststellen das die Amis einfach kein Bier brauen können, dafür aber geniales fettiges Essen kochen.

Nun wartete die Mutter aller Canyons auf uns, nämlich der Grand Canyon. Alex und ich durften den Canyon von der Luft aus begutachten. Mit dem Hubschrauber ging es 45Minuten über den South und den North Rim des Canyons. Eine geniale Sache und ist absolut zu empfehlen.

Nachdem wir dann noch im Park mit dem Auto waren und ein paar Aussichtspunkte abgeklappert hatten ging es dann knappe 100 Meilen von Seligman nach Kingsman über die berühmte Route 66.

Auf wem Weg nach San Diego sind wir dann spontan noch in den Joshua Tree Nationalpark gefahren. Dieser Park ist bekannt für seine Bäume. Auch wieder ein Beispiel dafür das man etwas komplett anderes sieht als das was man erwartet. Ich dachte an saftig grüne Flächen mit Bäumen und nicht Wüste mit riesigen Palmen.

Als Tipp für alle zukünftigen Westcoast Reisenden, unbedingt den Nationalpass „America the Beautiful“ kaufen, sind 80$, dafür kann man aber in alle Nationalparks fahren und muss nicht jedes mal 30 – 35$ zahlen. In unserem Fall hat sich das schon mehr als gelohnt.

Wir haben jetzt tatsächlich schon einige Meilen hinter uns, ca. 2500, fahren viel mit dem Auto, dafür sehen wir aber einiges und es macht sehr viel Spass. Mal sehen was die großen Städte am Pazifik zu bieten haben.

Wir sind jetzt in San Diego, bleiben jetzt hier zwei Tage, danach geht es weiter nach Los Angeles wo mich die Beiden dann bei meinem Kumpel rausschmeißen.

(Bilder muss ich nachreichen, ich kann momentan keine hochladen)

Von Süd nach Nord

Ein kurzes Statement der letzten Tage, ehe es heute Nacht mit dem Flieger in die USA geht.

Ich hatte ja erwähnt, dass ich etwas abkürze und gewisse Sachen aufgrund von Zeitdruck auslassen werde. Dies habe ich auch gemacht.

Von Cusco ging es mit dem Nachtbus nach Arequipa. War eine sehr entspannte aber lange Fahrt. Abends um 19:00 Uhr wurde ich abgeholt und gegen 06:00 Uhr am nächsten Morgen wieder abgesetzt. Der Bus war ein Doppeldecker und die Sitze mehr als bequem. Also wenn man 1.80m groß ist und nicht ein paar Zentimeter größer, denn dann sind auch die bequemsten Liegesitze, doch eher etwas unpassend konzipiert.

Dementsprechend froh war ich dann über zwei Dinge! Erstens, als die Fahrt rum war, zweitens dass auf mich in zwei Tagen das Flugzeug wartet und nicht wieder der Bus.

Die folgenden zwei Tage habe ich bei strahlendem Sonnenschein in Arequipa verbracht. Eine sehr schöne Stadt. Die Gebäude der Altstadt sind aus weißem Vulkangestein und im spanischen Kolonialstil erbaut. Der Marktplatz ist aus meiner Sicht einer der schönsten Plätze überhaupt. Habe dort sehr viel Zeit verbracht, entweder in einem der zahlreichen Cafés rundherum oder auf einer Parkbank mitten auf dem Platz.

Zudem hatte mein Hostel ein Rooftop mit angeschlossener Bar. Sprich man konnte morgens das Frühstück mit einem tollen Blick auf die Vulkane geniessen, oder eben Abends mit einem Pisco Sour ( dem „Nationalgetränk“ Perus) den Tag ausklingen lassen.

Ebenso hat Arequipa ein wunderschön erhaltenes Kloster, das Kloster Catalina. Unbedingt eine Sehenswürdigkeit, wenn man schonmal hier ist. Das Kloster stammt aus dem 16ten Jahrhundert und ich habe mich tatsächlich etwas in diese Zeit zurückversetzt gefühlt, als ich durch die Gassen gelaufen bin.

Zum Abschluss meines Aufenthalt, habe ich mich noch an ein Nationalgericht Perus herangetraut, nämlich Meerschweinchen. Ja ich habe es versucht, der ein oder andere wird mich sicher jetzt weniger mögen, aber ich wollte es einfach mal ausprobieren. War interessant, hat wie alles Andere was man vorher nicht kannte wie Hühnchen geschmeckt. Ich würde es aber kein zweites Mal essen.

Nach zwei sehr schönen und entspannten Tagen, ging es dann weiter, nämlich nach Lima. Wie erwähnt mit dem Flieger.

In Lima, bzw. In dem Touristenstadtteil Miraflores angekommen, war ich erst einmal erstaunt dass Lima sich vom Rest des Landes komplett abhebt. Sehr westlich, kaum noch traditionell gekleidete Menschen. Mein Hostel lag auch mitten in einer von Pubs übersäten Straße.

Da es die zwei Tage in Lima eigentlich pausenlos bewölkt war und es auch geregnet hat, habe ich mein Sightseeingprogramm recht kurz gehalten. Ich war an der Pazifikpromenande spazieren, bin etwas durch die Stadt gelaufen, die ein oder andere Kirche angeschaut und hab mich einfach von dem Gewusel mitreißen lassen.

Jetzt sitze ich am Flughafen, warte auf meinen Flug und lasse mir meine Südamerika Reise noch einmal durch den Kopf gehen! Es war eine sehr beeindruckende und interessante Reise! Die Höhepunkte wie die Atacama Wüste, die Salzseen von Uyuni, Machu Picchu und die Rainbow Mountains waren beeindruckend! Ich bin wahnsinnig froh, dass ich das Abenteuer eingegangen bin.

Dennoch sechs Wochen, wenn man Neuseeland dazu zählt, ist schon eine sehr lange Zeit, wenn man alleine ist! Natürlich lernt man täglich neue Leute kennen, es ist wahnsinnig interessant, was man so erzählt bekommt von Fremden. Man merkt allerdings irgendwann, dass der tägliche Smalltalk einen nicht ausfüllt und man sich ein bekanntes Gesicht doch herbeisehnt!

Zum Glück fliege ich heute Nacht in die USA und werde dort meinen Vater und meinen Bruder nach einigen Monaten wiedersehen. Die Beiden machen an der Westküste einen klassischen Roadtrip und haben mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte dazuzustoßen.

Ich freue mich wahnsinnig die Beiden wiederzusehen! Wobei ich im ersten Moment unschlüssig war, ob ich das tatsächlich machen sollte. Der Grund lag darin, dass mein Vater, so großzügig wie er immer ist, mir damals nach meinem Studium eine USA Reise zum Abschluss geschenkt hatte. Das Selbe hat er jetzt mit meinem Bruder vor. Da ich den Beiden nicht in Ihrer Reise rumfuschen wollte, habe ich zuerst gezögert. Nachdem aber Beide, insbesondere mein Bruder meinten ich solle doch mitkommen, habe ich ohne großes weiteres Zögern direkt den Flug nach San Francisco gebucht.

Wir werden jetzt, die kommenden 16 Tage von San Francisco, über Las Vegas, diverse Nationalparks und Canyons nach Los Angeles fahren. Dort schmeißen mich die Beiden raus und fahren zurück nach San Francisco. Ich werde für ein paar Tage in Los Angeles bei einem meiner Kumpels bleiben, bekannt ist er euch, wenn ihr ihn nicht persönlich kennt, aus meiner Reise über die Inseln der Philippinen.

Was danach passiert, werdet ihr noch rechtzeitig hören! Bis dahin, ich wünsche euch noch ein schönes restliches Wochenende und wir hören uns aus den USA.

Auf den Wegen der Inkas

Nachdem ich La Paz hinter mir gelassen hatte, eine sehr interessante Stadt mit den ganzen Häusern an den Berghängen, den Seilbahnen um den öffentlichen Nahverkehr zu entlasten und den jede Menge an traditionell gekleideten Einheimischen, ging es für mich mit dem Bus Richtung Peru.

Das eigentliche Ziel für heute hieß Puno, die peruanische Stadt am Titikaka See. Bevor ich dort aber angekommen bin, hatte der Bus eine sechsstündige Pause in Copacabana eingelegt. Nein ich war nicht in Brasilien am Strand, sondern in einem recht überschaubaren Küstenstädtchen, dem Tor zur Isla de Sol.

Von dort kann man mit dem Boot zu besagter Insel fahren. Die Insel gilt als Geburtsort der Sonne, laut der Beschreibung der Inkas. Da die Fahrt dorthin und zurück jeweils 1 1/2 Stunden gedauert hätte und man nur 45 Minuten dort verbringen konnte, um den Bus nicht zu verpassen, hab ich mir die Tour geschenkt. Ich hab mich stattdessen in ein recht nettes Straßencafé an der Promenade gesetzt.

Gegen Nachmittag ging es dann mit dem Bus zur bolivianisch – peruanischen Grenze. Bolivianischer Ausreisestempel in den Pass, 200m zu Fuß über die Grenze, peruanischer Einreisestempel in den Pass und schon war ich in Peru.

In Puno angekommen, kurzer Stadtspaziergang und anschließend Abendessen in einem Restaurant am Marktplatz was mir mein Onkel empfohlen hatte. Dort gab es dann direkt einmal ein sehr leckeres Alpaka Steak. An Meerschweinchen hab ich mich noch nicht herangetraut.

Am nächsten Morgen sollte es eigentlich um 06:00 Uhr auf die Flooding Islands der Uros gehen. Da aber in Puno die Tuk Tuk Fahrer gestreikt hatten, ja die gibts auch hier, wurde ich erst knapp eine halbe Stunde später abgeholt.

Das Boot hatte dennoch gewartet und es war ein recht unterhaltsame Tour. Interessant zu hören wie man aus Schilf tatsächlich schwimmende Inseln bauen kann. Ich würde die Tour aber kein zweites Mal machen, da die Inseln einfach nicht mehr authentisch sind. Es sei den Einwohnern technischer Fortschritt gegönnt, aber wenn die Inseln mit Solarpanelen zugepflastert sind, dann wirkt das auf mich eher befremdlich.

Auf der Rückfahrt mit dem Boot bin ich mit einer etwas älteren Australierin ins Gespräch gekommen. Thema war, ob es heutzutage einfacher ist zu reisen oder damals. Ich bin bisher davon ausgegangen das es heutzutage viel einfacher ist, da man sich viel schneller und besser Informationen beschaffen kann. Sie meinte, früher wäre es besser gewesen, da man einfach weniger Auswahl hatte und kein medialer Konkurrenzkampf ( a la Instagram) entstand. Man war einfach weg und die Leute daheim haben es akzeptiert. Keine Sorge ich werde den Blog jetzt nicht einstellen 😉

Mittags hieß es dann wieder in den Bus einsteigen. Ziel war die ehemalige Inkahauptstadt Cusco. Dort angekommen, habe ich erst einmal in ein unfassbar tolles Hostel eingecheckt. Eine ehemalige spanische Stadtvilla die teilweiße modern umgebaut wurde. Ansonsten habe ich nicht mehr viel gemacht, denn ab morgen sollte ja das Highlight meiner Südamerika-Reise beginnen.

Mit dem Bus ging es von Cusco nach Ollantaytombo. Von dort mit dem Zug dann nach Machu Picchu City. War eine tolle Panorama Fahrt quer durch die Berge.

In der Stadt angekommen, kurze Tour durch die Stadt, Abendessen in einem sehr kitschig gestalteten Piratenrestaurant und ein Briefing für die Tour morgen und dann ging es für mich auch schon ins Bett.

Um 04:00 Uhr klingelte der Wecker, 15 Minuten später war ich auf den Beinen und es ging Richtung Machu Picchu. Nicht mit dem Bus, sondern zu Fuß. Zuerst läuft man zu einer Brücke, wo man bis 05:00 Uhr wartet, bis der Pförtner Diese öffnet. Danach geht es eigentlich nur noch steil per Treppen den Berg hinauf.

Eigentlich bin ich konditionell ganz gut beisammen, aber als ich dann um kurz vor 06:00 Uhr oben angekommen bin, war ich völlig schweißgebadet und platt. Ging aber nicht nur mir so, ca. 300 andere Mitstreiter sahen genauso aus.

Als erstes stand für mich eine zweistündige sehr informative Tour durch Machu Picchu mit einem Guide an. Ab 08:30 Uhr hatte ich dann knapp vier Stunden Zeit mich frei zu bewegen. Diese Zeit habe ich auch genutzt um diese unwirklich erscheinende Stadt aufzusaugen und den Anblick zu genießen.

Da ich noch nicht genug hatte, bin ich dann noch weiter zum Sun Gate gelaufen. Das Sun Gate befindet sich auf einem anderen Berg und ist durch den Lichtstrahl der Sonne mit einem Gebäude in Machu Picchu „verbunden“.

Da mein Ticket es mir nur erlaubt hat, bis 12:00 Uhr in der Anlage zu bleiben, ich glaub ich wäre jetzt noch dort, bin ich dann wieder den Berg heruntergelaufen da mir die Schlange an der Bushaltestelle zu lang war. Auf dem Weg nach unten ging mir durch den Kopf, was ich beeindruckender fand, Machu Picchu oder doch Angkor Wat.

Antwort: Es gibt keine Antwort! Ich glaube man sollte es auch nicht vergleichen. Beides ist von seiner Art einfach faszinierend! Bei Machu Picchu ist es die gigantische Umgebung. Ich kann absolut verstehen warum die Inkas die Berge als Götter angesehen haben. Bei Angkor Wat ist es diese Detailverliebtheit mit den ganzen Symbolen und Statuen.

Zwei Dinge haben beide aber dennoch gemeinsam. Positiv, sie wirken nicht von dieser Welt. Negativ, man muss aufpassen das man von den Massen nicht erdrückt wird. Ich bin tatsächlich froh, dass ich gerade in einer Zeit reise wo der Massentourismus noch gewisse geregelte Bahnen hat. Auch wenn es ein Tageskontigent am Machu Picchu gibt, es gibt laut unserem Tourguide schon die Überlegung eine dritte Zeitspanne einzuführen, eine Abendtour.

Als ich dann wieder unten war, ging es gegen Nachmittag mit dem Zug wieder zurück Richtung Cusco. In Cusco angekommen, ging es dann um 23:00 Uhr direkt ins Bett. Denn um 03:30 Uhr klingelte schon wieder der Wecker.

Nächster Tag, nächstes Erlebnis. Heute standen die Rainbow Mountains an. Ein Berg der aus den verschiedensten Gesteinsformationen geformt wurden. Von Cusco ca. eine 4 stündige Anreise mit dem Bus.

Am Ausgangspunkt angekommen, gab es dann wieder zwei Möglichkeiten den Berg zu erklimmen. Entweder zu Fuß oder per Pferd. Ich hab mich gegen das Pferd entschieden. Das hieß für mich von 4400m auf knapp 5100m Höhe hoch.

Da meine Reisegruppe ausschließlich aus Spanisch Sprechenden bestand, hatte ich einen eigenen Tourguide spontan organisiert bekommen. Wobei Tourguide kann ich den nicht nennen, eher Drill Instructor, eindeutig eine bessere Beschreibung.

Als ich oben angekommen bin, hab ich mich gefühlt als wäre ich auf einem Nationalmannschaftslehrgang und hätte davor 3 Monate Sommerpause gemacht. Die letzten Meter bin ich nur noch gekrochen. Ich hätte wohl eher einen Tag Pause einlegen sollen zwischen Machu Picchu und der heutigen Tour.

Kein Wunder warum ich von dem ein oder anderen für verrückt erklärt wurde. Aber hey, in der Broschüre stand was von 100 Höhenmetern und nicht 700 und außerdem habe ich doch keine Zeit!

Dennoch die Schund und Plage war nicht umsonst! Der Anblick, unglaublich! Wie als hätte eine ganze Malerfirma die Berge angepinselt!

Da mir aber der Ansturm an Menschen doch zu viel war, hab ich das Angebot von meinem Instructor, noch weiterzulaufen, wehleidig angenommen. Das hieß, ich habe das Red Valley ebenfalls gemacht. Wenn jemand irgendwann hierherkommt, unbedingt weiterlaufen, es lohnt sich!

Abends bin ich dann dementsprechend todmüde ins Bett gefallen.

Nach zwei weiteren Tagen hier in Cusco, die ich genutzt habe mir etwas die schöne Stadt anzuschauen und in der Sonne mit einem Kaffee zu sitzen, werde ich heute Abend mit dem Nachtbus nach Arequipa weiterfahren.

Es steht dann noch die paar Tage Arequipa und Lima an, ehe ich dann am 27ten den Kontinent schon wieder verlasse und in die USA fliege! Ich hatte eigentlich noch Nazca und Huacachina geplant, aber das skippe ich jetzt. Ich genieße und entdecke lieber etwas ausführlicher noch die zwei genannten Städte.

¡Vamos!

Kurz vor Abflug aus Neuseeland hatte ich erfahren, dass ich in der Ticketersteigerung gewonnen hatte. Ich hatte das Mindestgebot abgegeben und habe tatsächlich den Zuschlag für einen Sitzplatz in der Economy Plus bekommen.

War ein sehr angenehmer Flug, besonders da neben mir niemand saß und ich zwei Sitze für mich alleine hatte. Jetzt verstehe ich auch warum mein Vater auf Economy Plus schwört.

Der Flieger startete am 09.05.2018 um 20:00 Uhr Ortszeit in Auckland und landete um 16:00 Uhr Ortszeit in Buenos Aires. Sprich ich habe mich für ein paar Stunden in der Vergangenheit befunden. Zeitreise auf der Bucketlist sozusagen auch abgehakt 😉

Nach einer sehr kurzen Nacht in Buenos Aires ging es dann über Santiago de Chile nach Calama, dem Flughafen am Rande der Atacama Wüste. Von dort ging es mit dem Shuttlebus zum eigentlichen Startpunkt meiner Südamerika Reise, nämlich San Pedro de Atacama.

Der Weg dorthin sollte mir schon einmal vorab zeigen was mich die nächsten Tage erwarten sollte. Nämlich Wüstenlandschaft soweit man sehen kann.

In San Pedro angekommen, wurde mir vom Hostelbesitzer mitgeteilt, dass das Zimmer (4er Dorm) welches ich gebucht hatte, nicht zur Verfügung steht. Dafür bekam ich ein Einzelzimmer in einem anderen Hostel, was ich dankend angenommen habe. Nach guten 40 Stunden Anreise wollte ich einfach nur noch meine Ruhe und mich auf morgen vorbereiten.

Um 07:00 Uhr wurde ich am Hostel mit dem Bus abgeholt und an die chilenisch-bolivianische Grenze auf knapp 4000m Höhe gefahren. An der Grenze warteten auch schon die Jeeps die mich und die anderen Reiseteilnehmer die nächsten drei Tage durch die Wüste fahren sollten.

Nach einem kurzen Frühstück und dem obligatorischen Stempel im Reisepass ging es dann auch los. Wir wurden in 6er Gruppen eingeteilt, haben das Gepäck aufs Dach geschmissen und dann rief unser Fahrer auch schon „¡Vamos!“

Insgesamt waren wir 4 Jeeps à 6 Leute. Ein Jeep mit einem englischsprechenden Guide und drei Jeep die sich nur im spanischen mit dem Fahrer verständigen konnten. Ich saß natürlich in einem der drei Jeeps! Nicht gerade optimal, da ich bis auf ein paar Wörter, gar kein spanisch kann. Da meine Mitreisenden aus Österreich und Holland auch nicht wirklich spanisch konnten und der Chilene der ebenfalls mit im Jeep war, kein Englisch konnte, waren es drei sehr lustige, wild mit den Händen und Füßen gestikulierende, Tage!

Dennoch es ging ja im Endeffekt um das Sehen und nicht das Hören. Und da wurden wir absolut nicht enttäuscht.

Die Landschaft wieder komplett was anderes was ich bisher gesehen habe. Komplett karg, bis auf ein paar trockene Sträucher, absolut keine Vegetation. Die Atacama Wüste ist nicht umsonst das trockenste Gebiet auf der Welt.

Beeindruckend sind die ausgetrockneten Seenlandschaften, die Vulkane drumherum, die mit diversen Elementen des Periodensystems versetzen Lagunen und nicht zu vergessen die teilweiße gefühlt deplatzierten Gesteinsformationen die aus dem sandigen Erdreich herausragen.

Nach einem langen ersten Tag, wo wir teilweiße bis auf 5000m Höhe waren, ging es dann in der Nähe der Laguna Colorado in die sehr schlichte Unterkunft. Keine Dusche, spärliches Licht und ein 6er Zimmer warteten auf uns. Da die Unterkunft auch auf 4300m lag, war noch etwas anderes klar, es wird eine sehr kalte Nacht werden.

Zu meinem Pech hat sich in dieser Nacht auch mein Rücken zu Wort gemeldet, man ist ja auch nicht mehr der Jüngste. Das Problem dabei war, man versucht die perfekte Position zu finden um schlafen zu können, da aber jede Bewegung in dieser Höhe den Puls auf gefühlt 180 hochschnellen lässt, war ich in einem Teufelskreis gefangen.

Zerknirscht und todmüde ging es dann in den nächsten Tag. Aber was soll’s, wer reisen will muss auch mal Strapazen in Kauf nehmen, ist ja nicht so das ich das mittlerweile nicht gewohnt wäre.

Zum Frühstück gab es Coca Tee um der Höhenkrankheit etwas vorzubeugen, da doch einige mit Symptomen zu kämpfen hatten. Was bei uns daheim verboten ist, ist hier eine ganz normale Sache. Meins wars nicht, ich bin auf Kamille umgestiegen.

Ein weiterer ereignisreicher Tag, wieder mit jeder Menge Sehenswürdigkeiten wie die Mountains de Coloures, die Piedra Felsen und einige Lagunen.

Auf der Fahrt zum nächsten Hostel hatte einer der anderen Jeeps einen Reifenplatzer. Nichts weiter passiert, nach einem Reifenwechsel ging es weiter.

Heute übernachteten wir in einem Hostel was komplett aus Salz gebaut wurde, quasi als Vorgeschmack was uns morgen erwarten wird.

Um 05:00 Uhr morgens unter einem beeindruckenden Sternenhimmel, die Milchstraße war unfassbar klar, ging es dann auf den Salzsee von Uyuni. Mitten auf dem See warteten wir auf den Sonnenaufgang, der wunderschön war.

Nachdem die Sonne recht hoch stand, ging es zu einer Insel mittig des Sees. Der Isla Incahuasi. Diese Insel ist mit unzähligen Kakteen bewachsen und bildet mit dem Salzsee, welcher wenn man es nicht wüsste wie Schnee aussieht, ein sehr surreales Bild. Diese Insel ist auch ein Teil des berühmten Inca Trails.

Zum Abschluss unserer Reise fuhren wir noch weiter auf den See und haben dort dann sehr lustige Bilder gemacht. Da es auf dem See keinen Hintergrund gibt, kann man den Blickwinkel eines Bildes verfälschen. Etwas Großes ist auf einmal klein und umgekehrt. War eine sehr lustige Sache.

Eigentlich wollten wir danach dann zum Ziel fahren, nämlich in die Stadt Uyuni, aber plötzlich war ein Jeep verschwunden. Kein Empfang und wie erwähnt nichts woran man sich orientieren könnte, perfekte Voraussetzungen um das Auto zu suchen.

Unsere Guides haben uns dann mitten in der Wüste am Museo de Sal rausgeschmissen und sind das Auto suchen gefahren. Nach gut einer Stunde waren sie zurück mit dem anderen Jeep am Abschleppseil. Motorschaden.

Zum Glück war es nicht mehr weit und nachdem wir dann noch beim bekannten Zugfriedhof waren, trennten sich unsere Wege. Die meisten meiner Mitreisenden sind mit dem Nachtbus nach La Paz gefahren. Ich hab die entspanntere Alternative genommen und bin geflogen.

Ein sehr angenehmer Flug, auch wenn ein Techniker meinte er müsse während des Fluges Teile des Flugzeuges reparieren. Manchmal merkt man, dass man ab und an einfach nicht weiter drüber nachdenken sollte. Ich bin gut in La Paz angekommen und das zählt.

Ein Tag La Paz und dann geht es auch schon weiter. Ab morgen geht es mit dem Bus Richtung Peru. Wie erwähnt ein knackiges Programm, aber bisher alles sehr beeindruckend

Entlang der Küste

Auf dem Weg nach Cape Reigna merkt man wieder einmal wie Facettenreich die Natur in Neuseeland sein kann. Man fährt ewig lange über die Landstraßen dieses Landes, rechts und links nur Weiden mit diversen Schafs- und Rinderherden, bis man dann am Horizont gigantische Sanddünen erkennen kann.

Diese Sanddünen gehören zum 90 Miles Beach und der Name ist hier Programm, Strand bis man nicht mehr sehen kann. Gigantische Dünen die sich der brausenden See entgegenstellen. Die Höchsten, in der Landessprache der Ureinwohner „Te Paki“ genannten Dünen, befinden sich nur wenige Kilometer vom Cape Reigna entfernt.

Ein Schild am Straßenrand machte mich darauf aufmerksam das man dort etwas ganz besonderes machen kann. Die Neugier hatte mich gepackt und schon bin ich links rausgefahren und stand dann tatsächlich Mitten in der „Wüste“.

Was man dort machen kann? Surfen!

Man schnappt sich ein Board, klettert die Dünen hoch und brettert mit ordentlicher Geschwindigkeit wieder herunter. War eine sehr lustige Angelegenheit, besonders weil man mit mehreren Backpackern ins Gespräch kam. Den Tagesrekord hab ich mir aber gesichert!

Später am Tag ging es dann noch zum Cape Reigna. Absolut verständlich warum die Maori diesen Ort als heilig ansehen. Vielleicht lag es auch einfach an dem Wetter was mit Blitzen und rauer See dem Ort einen sehr interessanten Anblick bescherte.

Für die letzten Tage hatte ich mir eine sehr entspannte Fahrt an der Küste zurück nach Auckland vorgenommen. Da ich doch recht durch mit meinen Spots bin, hab ich die Gelegenheit einfach genutzt und hab immer mal wieder in kleinen Dörfchen angehalten. Entweder habe ich am Strand den Sonnenuntergang genossen oder mit einer Portion Fish&Chips die Einwohner beobachtet.

Allgemein als Hinweiss für die, die vorhaben nach Neuseeland zu kommen. Über eine Sache muss man sich keinen Gedanken machen, nämlich was nehme ich zum anziehen mit. Ich hab jetzt zwar keine Bilder, aber teilweiße dachte ich mir tatsächlich ob das der Person ihr Ernst ist.

Auf der Strecke entlang der Westküste bin ich dann doch noch einmal in den Wald gefahren. Nämlich in den Waipoua Forest. Warum? Weil es dort noch einen ursprünglichen Urwald gibt mit riesigen Bäumen. Diese Bäume werden Kauri genannt und stehen unter besonderem Schutz. Vor Betritt des Waldes müssen z.B. die Schuhe gereinigt werden.

Ansonsten habe ich noch etwas meine nun anstehende Reise in Südamerika geplant und einfach die Zeit am Strand genossen.

Jetzt sitze ich hier am Flughafen in Auckland. Den Campervan habe ich eben nach guten 2300km abgegeben und warte jetzt auf meinen Flieger nach Chile.

Was habe ich in den kommenden Wochen vor?

Wie erwähnt geht es jetzt nach Chile. Dort wird der Start meiner Reise in Südamerika sein. Von dort geht es dann mit einer 3-tägigen Jeeptour über die Atacama Wüste und die Salzseen von Uyuni nach Bolivien. Anschließend hab ich mir ein Busticket besorgt mit dem ich von La Paz über Cusco (Machu Picchu) nach Lima fahren werde.

Sprich ich werde drei Länder in den knapp drei Wochen bereisen. Gut das ich in die Vergangenheit mit diesem Flug reise damit ich das sehr straffe Programm auch schaffe 😉

Der Fluch des Alleinseins

Drei Monate, bzw. 90 Tage ist es her, als ich mit dem Flieger nach Kapstadt zu meiner Weltreise aufgebrochen bin. Einfach Wahnsinn wie schnell die Zeit vorüber geht. Südafrika ist schon so dermaßen weit weg und fühlt sich an wie ein Urlaub den ich einmal vor zig Jahren gemacht habe. Genauso geht es mir teilweiße mit Asien.

Was aus meiner Sicht nicht schlecht ist. Jedes Land ist im Gedächtnis als eine große und abenteuerliche Reise abgespeichert . Fügt man diese Puzzleteile zusammen, ergibt es ein Gesamtwerk.

Genug sinniert. Bevor ich jetzt noch anfange über den Sinn des Lebens zu schreiben, das Thema ist viel zu abstrakt und würde die Zeit von mir und euch verschwenden, schreibe ich lieber mal was ich so die letzten Tage angestellt habe.

Im letzten Blogeintrag meinte ich ja ich wäre in Rotorua angekommen. Dort hatte ich zwei schöne und interessante Tage. Die Stadt stinkt permanent nach verfaulten Eiern (seid froh das es noch keine Geruchsdateien gibt, sonst würde ich sie hier dem Blog anhängen) , was dem Schwefeldampf zuzurechnen ist, der die ganze Stadt von allen Seiten zunebelt.

Ich hatte mir tatsächlich ein Mountainbike ausgeliehen und bin ab in die Berge. Rotorua ist bekannt für seinen Redwood Forest, riesige Bäume die es auch in den Nationalparks der USA gibt. Hier allerdings mit der Besonderheit, dass neben diesen Bäumen Palmen und diverse andere Pflanzen die man eher in einem Regenwald vermutet, stehen.

Da es jede Menge Trails extra für die Mountainbikes gab, war es echt eine sehr lustige und energiegeladene Abwechslung zu dem tagtäglichen Wandern was ich bisher gemacht hatte. Es ist zwar unfassbar anstrengend den Berg hochzufahren, aber es macht so dermaßen Spaß die Pisten runterzudonnern. Stufe 5 von 6 hab ich sogar geschafft, aber das war tatsächlich waghalsig. Kein Wunder bei der Pistenbezeichnung „ Rock Drop“. Als fallenden Stein habe ich mich tatsächlich gefühlt.

Unbeschadet und nur mit einem dicken blauen Fleck auf der Wade ging es dann tagsdrauf zum nächsten Spot. Heute stand die Stadt Matamata auf dem Programm. Wenn ihr euch fragt, was kann man da machen? Antwort: Sich noch größer fühlen, als man eh schon ist! Es ging nach Hobbiton.

Hobbiton, ist der Ort in dem die Hobbits, wie der Name schon sagt, aus Herr der Ringe leben. Direkt um 09:00 Uhr morgens startete meine zweistündige Tour durch die Welt der Hobbits. Wunderschön gemacht, sehr interessant, lag auch an dem Tourguide. Das große Aber ist, man muss wirklich die Massen an Menschen ausblenden können. Im fünf Minuten Takt starten Busse mit jeweils 40 Leuten.

Dennoch der Eintritt (knapp 50€) hat sich gelohnt, immerhin gibt es am Ende jeder Tour ein „kostenloses“ Bier oder Cider im Pub Green Dragon. Was mich sehr interessiert hat und ich bin ja jetzt wirklich ein Laie, ist wie alles perfekt in Szene gesetzt ist. Egal welches Bild ich mit der Kamera gemacht hab, jedes war richtig gut.

Da es noch recht früh am Tag war, bin ich dann spontan einfach mal drauf losgefahren. Irgendwann ging die Straße nicht mehr weiter und ich war das erste Mal an der Küste.

Besser gesagt ich war in der Gegend des Coromandel Forest. Einer sehr schönen Gegend zum Wandern, wenn das Wetter stimmt. Bei mir hatte es das nicht, es sollte durchregnen die kompletten nächsten drei Tage!

Einen Tag das ganze mitgemacht und dann entschieden. „Nein das gebe ich mir nicht, ich fahre weiter.“ Den Hotspot Hot Water Beach, wo man sich mit einer Schaufel am Strand ein Loch buddelt und sich hineinsetzt, weil warmes Wasser aus der Tiefe hochsteigt, mitgenommen und dann bis kurz vor Auckland weitergefahren.

Die nächsten Tage sollten dann sehr ruhig werden. Bis auf kleine Ausflüge, aufgrund von braunen Schildern am Straßenrand, hab ich nicht viel gemacht.

Ich habe es noch geschafft mit meinem Camper bis nach Hihi Beach zu kommen. Eine relativ weit oben im Norden gelegene Ortschaft , ca. 125km vom Cape Reigna (dem nördlichsten Punkt Neuseelands) entfernt. Da mir der Campingplatz so gut dort gefallen hat, bin ich hier einfach mal vier Tage geblieben. Bei dem Sonnenuntergang meiner Ansicht nach, auch kein Wunder.

Was habe ich in den vier Tagen gemacht? Nicht sonderlich viel könnte man meinen, im Endeffekt doch Einiges. Ich wollte mich in Neuseeland auch etwas mit mir auseinandersetzen. Beste Gelegenheit wenn man alleine ist, dachte ich mir.

Im Endeffekt hat das auch wunderbar funktioniert, mehr als ich eigentlich wollte.

Wenn man abgelenkt ist, dann beschäftigt man sich nicht wirklich mit sich. Wenn dann aber gar nichts zu tun ist, merkt man erstmal wie sehr einen Alleinsein beschäftigt. Ich schreibe jetzt Alleinsein und nicht Einsamkeit, weil dieses Wort wäre das Falsche. Alleinsein ist mein momentaner Zustand „allein in Neuseeland“, Einsamkeit bedeutet ich würde Niemanden haben, was in diesem Fall meinen Blog überflüssig machen würde, den in diesem Fall ja eh keiner lesen würde. Danke an eine gute Freundin die mich auf diesen Trichter gebracht hat.

Ich schreibe das, weil ich eben auch in den letzten Tagen hin und hergerissen war, wie meine zukünftige Reise aussehen soll. Seit längerem überlege ich, Südamerika auszulassen und direkt weiterzufliegen. Die Überlegung allein durch Südamerika zu reisen, hat in mir eine gewisse Furcht vor dem Risiko der Unwissenheit hervorgerufen.

Nach langem überlegen und abwägen der potenziellen „Notfallpläne“, habe ich mich jetzt doch dafür entschieden ein knackiges Südamerika-Programm auf die Beine zu stellen. Getreu dem Motto, sei abgelenkt und du fängst erst gar nicht an zu überlegen.

Sich selbst austricksen ist glaub ein guter Weg im Endeffekt nichts zu bereuen. Das heißt, ich habe eigentlich gestern den ganzen Tag damit verbracht eine Tour auf die Beine zu stellen. Heute Morgen bin ich mit einem Grinsen aufgestanden und freue mich auf die nächsten Wochen Alleinsein und auf ein neues Kapitel in Südamerika.

Bevor ich das aber in Angriff nehme, habe ich jetzt noch eine Woche Zeit hier in Neuseeland. Was habe ich hier noch vor? Heute steht erstmal Cape Reigna an und dann lasse ich mich von den restlichen braunen Schildern führen die am Wegesrand stehen. Ich habe meine Hotspots auf der Nordinsel abgearbeitet und genieße einfach noch etwas die Freiheit tun und lassen zu können, was ich will.

Nächste Woche vor Abflug werde ich mich noch einmal melden. Dann erfahrt ihr was ich tatsächlich noch gemacht habe und was meine Pläne für Südamerika sind.

Bis dahin eine noch schöne restliche Woche.

Neuseeland – Das Land der unbegrenzten Naturwunder

Neuer Kontinent, neues Abenteuer!

Getreu diesem Motto startete ich quasi in eine bisher nicht dagewesene Situation.

Das erste Mal alleine und das für eine längere Zeit!

Wie sollte ich die Sache angehen?

Nachdem sich die Wege von mir und Ari meiner letzten Mitreisenden in Bangkok getrennt hatten, wartete der Flieger nach Auckland auf mich. Im Flugzeug noch ein mulmiges Gefühl, weil man sich eben daran gewöhnt hatte, dass immer jemand dabei war, war dieses Gefühl schon bei der Landung am Flughafen wie weggeblasen. Lag vermutlich an dem Rundflug den der Pilot über Auckland und Umgebung machen musste.

Mit dem Skybus ging es dann Richtung Innenstadt, wo ich mich für eine Nacht im Hostel einquartiert hatte. War mal wieder eine sehr lustige Sache in einem Hostel zu sein. Man hat dann aber schon gemerkt, dass man etwas aus dem Muster fällt, wenn nur 18/19-jährige Backpacker um einen herum sitzen. Aber gut, das Gefühl hatte vermutlich der ein oder andere auch vor 9 Jahren als ich in Australien war.

Am nächsten Tag konnte ich dann endlich meinen Camper abholen. Ich hatte mich dafür entschieden, einen klassischen Roadtrip über die Nordinsel zu machen. Sozusagen ein Australien Revival. Dieses Mal mit einem recht modernen Campervan und nicht mit unserem damaligen 700.000km gefahrenen ohne dritten Gang Gefährt, welches wir glaub ich damals Hackl Schorch genannt hatten, weil er uns trotzdem immer ans Ziel gebracht hatte.

Die Frage die im Raum stand, was tun in drei Wochen? Wo will ich hin? Nach diversen Tipps von Freunden und Recherche im Internet stand recht schnell fest was auf jeden Fall auf die Liste muss. Ansonsten einfach den braunen Schildern folgen und mal sehen was einen erwartet.

Bevor ich jetzt viel zu viel schreibe, schreibe ich einfach mal was ich bisher in den letzten Tagen so gemacht habe.

Bisher war ich bei den:

Waitombo & Ruakuri Caves

⁃ Wer auf Glühwürmchen in Höhlen steht ist hier gut aufgehoben. Neuseeland hat sieben Arten und ist stolz drauf neben Australien die einzige Nation zu sein die welche hat. Komisch das Christof und ich auf den Philippinen die Möglichkeit hatten, welche zu sehen. War ganz cool, aber ich hab es mir interessanter vorgestellt.

Mangapohue Natural Bridge & Marokopa Falls

⁃ Bietet sich an wenn man bei den Caves ist. Einfach die Straße weiter hoch fahren.

⁃ Die natürliche Brücke ist echt gigantisch. Ist ein kleiner Canyon und man kann unter besagter Brücke hindurchlaufen.

⁃ Die Wasserfälle sind riesig, das interessante dabei ist aber der Regenwald wo man hindurch muss.

Tongariro Nationalpark

⁃ Für Herr der Ringe Fans wird es jetzt interessant, denn Tongariro symbolisiert Mordor in besagten Filmen. Mein erster Eindruck? Ja ich bin in Mordor!

⁃ Es gibt mehrere Vulkane in diesem Nationalpark die man auch besteigen kann. Zum Einen zum Skifahren (Mt.Ruapehu) oder zum Wandern (Mt. Ngauruhoe). Der Mount Ngauruhoe ist auch besser bekannt als Schicksalsberg aus Herr der Ringe.

⁃ Zum Skifahren war noch keine Saison also habe ich mich für die Wanderung entschieden. Eigentlich eine Pflichtaufgabe auch wenn es recht anstrengend ist. 19,4km, mehrere hundert Höhenmeter und 6-8 Stunden Zeit. Dafür wird man aber mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Beeindruckend sind die farbenfrohen Seen und die Landschaft die sehr lebensfeindlich aussieht. Es geht übrigens auch in 5 Stunden, zumindest war ich dann wieder unten. Lag vermutlich auch daran das mit -7 Grad die Temperatur eindeutig zu frisch für meine Klamotten war.

⁃ Ansonsten gibt es noch mehrere kleine Wanderstrecken von der Ortschaft Whakapapa, die ganz angenehm zum laufen sind.

Taubo

⁃ Ist eine recht große Stadt an einem noch größeren See. Wurde in diversen Blogs angepriesen, fand ich jetzt nicht so beeindruckend. Hab dort die Huka Falls, ist ein Eisbach und die Craters of the Moon mitgenommen.

⁃ Craters of the Moon, ist ein Bereich mitten im Wald wo es dampft und brodelt. Es war interessant, aber hätte ich gewusst was mich als Nächstes erwartet, wäre ich dort nicht hingefahren.

Wai-o-Tapu

⁃ Hier ging es dann richtig los mit heißen Quellen, Geysiren und Dämpfen. Man muss zwar Eintritt zahlen um das alles sehen zu können, aber das muss man eigentlich überall. Hier lohnt es sich aber.

⁃ Ansonsten gibt es noch einen Secret Spot unter der Brücke, wo man tatsächlich baden kann. Geheim zwar nicht mehr, aber dennoch sehr toll. Hier mischt sich eine heiße Quelle mit einem Eisbach. Also von einer Sekunde zur Nächsten von Badewanne zu Eisbecken.

⁃ Der tatsächliche Geheimtipp ist aber ein Wasserfall etwas oberhalb des Ganzen. Man muss ein Stück laufen und sich nicht verlaufen, wie ich gestern mit einem sehr coolen „Backpacker“ aus Deutschland den ich kennengelernt hatte. Wenn man es dann aber gefunden hat, dann ist man erstmal fasziniert und will einfach gar nicht mehr weg. Mitten im Tropendschungel ein Wasserfall der knappe 50 Grad Temperatur hat. Wirklich ein Traum, besonders wenn man tags zuvor noch bei Minustemperaturen auf dem Berg stand.

Soweit ein kleiner Eindruck von meinem Erlebnissen.

Ansonsten kann man sagen, ich genieße die Reise bisher sehr. Ich bin echt beeindruckt wie facettenreich die Natur sein kann. Man läuft aus dem Dschungel raus und steht neben einer Kuh auf der Weide, oder man ist in einer der lebensfeindlichsten Gegenden und eine halbe Stunde später ist man am Meer. Alles etwas surreal aber genial.

Ich bin jetzt heute morgen in Rotorua, einer Stadt mit vielen heißen Quellen, angekommen. Werde mir morgen mal ein Mountainbike schnappen und den Wald erkunden. Die nächsten Tage steht dann Hobbiton und die Küste an. Bis dahin, noch eine schöne Woche, ich hoffe ihr genießt sie so wie ich 😉

Auf Indianer Jones und Lara Crofts Pfaden

Perfekt zum Start in die neue Woche dachte ich mir, informiere ich doch einmal meine fleißigen Mitleser was ich wieder so getrieben habe.

Da ich doch etwas zu schnell für meinen letzten Blogeintrag war, noch ein kurzer Nachtrag.

Wir haben in Vietnam tatsächlich doch noch etwas tolles erlebt! Am letzten Tag, bevor der Flieger uns zum nächsten Ziel bringen sollte, waren wir noch in Da Nang bei den Marble Mountains.

Die Marble Mountains sind eine Tempelanlage mitten auf einem Berg. Mit Pagoden, Tempeln, Gräbern, Grotten, Höhlen und auch Höhlentempeln. Sehr interessant und auch beeindruckend.

Nachdem wir das dann auch von unserer Liste gestrichen hatten, ging es mit dem Taxi zum Flughafen. Dort wartete auch schon der Flieger nach Ho Chi Minh City (ehem. Saigon). Völlig platt ging es dort nur noch spät Abends ins Hotel, ehe es am nächsten Morgen wieder mit dem Flieger zum eigentlichen Bestimmungsort weiterging.

Tschüss Vietnam, hallo Kambodscha! In Sihanoukville ging es im Flughafen erstmal zur Einwanderungsbehörde! Kurzer Prozess beim Visum, einfach ein Blatt Papier ausfüllen, Passbild draufkleben, 30$ übergeben und schon war die Erlaubnis da ins Land einzureisen zu dürfen. Kambodscha ist noch eins der wenigen Länder wofür man als Deutscher ein Visum benötigt.

Vom Flughafen ging es dann zum Hafen weiter, wo wir mit der Fähre auf die Insel Koh Rong übergesetzt sind. Magen hat wieder mitgespielt, ich bin wieder seefest.

Hier auf der Insel waren wir knappe 5 Tage. Was haben wir hier gemacht? Bis auf relaxen? So gut wie nichts! Einfach mal abschalten und das Gesehene der letzten Tage sacken lassen. Fiel uns nicht schwer einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Der Strand ein Traum, schneeweißer Sand, klares farbenfrohes Wasser und dazu tolles Wetter. Noch etwas mehr Bräune für meine Haut, ich bin ja schließlich noch käseweiß 😉

Das Hotel war eigentlich kein Hotel, sondern eher sehr einfache Bambushütten, mit einem Bett und einer offenen Dusche am Haus ( Wasserschlauch). Der einzige Luxus war die kleine Lampe an der Decke und die Schatztruhe in der Ecke für unsere Wertsachen. Das Ganze dann abgerundet, dass unsere Hütte mitten im Busch stand! Für die nächsten Tage aber absolut ausreichend!

Dafür war aber der Gemeinschaftsbereich, sprich Restaurant und Chillout Area umso besser! Eine riesige Bambushütte mit Blick aufs Meer. Alte Teakholzmöbel, die typischen thailändischen Sitzkissen und sehr dezent gehaltene Beleuchtung, haben das Flair abgerundet. Absolut ein Ort um entspannen zu können.

Nachdem wir neue Kraft getankt haben, ging es dann auch schon wieder weiter. Mit der Fähre zurück aufs Festland. Von dort mit dem Flugzeug nach Siem Reap!

Dort angekommen ging es bei warmen 37 Grad und gefühlt 100% Luftfeuchtigkeit, direkt ins Hotel. Eingecheckt, kurz gechillt und geplant wie wir die nächsten Tage angehen!

Was kann man in Siem Reap machen fragt ihr euch?

Wem Siem Reap, bzw. Angkor Wat nichts sagt, einfach mal Googeln, oder entweder die Filme Tomb Raider und Indianer Jones schauen. Dabei bekommt man ein Gefühl dafür, was man hier erleben kann.

Die folgenden Tage waren dementsprechend mehr als beeindruckend und spannend! Zu Recht eines der Highlights der Reise die ich mir im Vorfeld ganz fett markiert hatte.

Wir haben zwei von unseren drei ganzen Tagen damit verbracht durch diverse Tempelanlagen zu laufen und einfach mit offenen Mündern zu staunen wie unbeschreiblich gigantisch und sogleich beeindruckend diese ganzen Gebäude auf uns gewirkt haben. Absolut ein Ort wo man einmal im Leben gewesen sein muss, nach meiner Meinung nach. Ein Wort dazu: Pflichtprogramm!

Nachfolgende Bilder veranschaulichen zwar was man sehen kann, aber es ist noch einmal was komplett anderes wenn man mitten drin steht. Da ich ja eh ein Faible für alte Gebäude, Burgen, etc. habe, habe ich mich natürlich fotografisch auch etwas austoben können.

Da die kompletten Anlagen doch recht weit auseinander liegen und es eben jede Menge Tempel gibt, hatten wir uns für zwei Tage einen Einheimischen mit seinem Tuk Tuk geschnappt, der sich im Endeffekt auch als Glücksgriff herausgestellt hat. Er war auch als Tourguide sehr gut zu gebrauchen und hat uns selbst an Orte gefahren, die eigentlich abgesperrt waren.

Warum abgesperrt? Nunja wir haben zufälligerweise genau das Wochenende erwischt, wo in Kambodscha das Khmer New Year gefeiert wird. Sprich drei Tage Party überall. Kambodschaner die es sich leisten können, kommen an diesem Wochenende im Jahr nach Siem Reap und feiern mit der ganzen Familie ein riesiges Fest.

Am Anfang dachten wir noch, ohje es wird sicherlich brechend voll sein und man wird nur so durch die Tempel durchgedrückt. Im Endeffekt war es gar nicht so. Klar an den Haupttempeln Angkor Wat und eben durch den Film Tomb Raider bekannten Tempel Ta Phrom war einiges los, aber alle anderen Tempel die wir bestaunen durften, waren wir teilweise komplett allein!

Da die beiden Tage doch durchaus anstrengend waren und wir das Gesehene auch erstmal verarbeiten mussten, haben wir uns dazu entschlossen den dritten Tag einfach am wunderschönen Hotelpool zu verbringen.

Somit ist die Rundreise Vietnam / Kambodscha leider auch schon wieder rum. Es war echt eine sehr aufregende Reise für die man sicherlich noch jede Menge Zeit hätte einplanen können, aber ja ich denke wir haben es sehr effektiv genutzt.

Jetzt geht es morgen mit dem Flieger nach Bangkok, da wartet die obligatorische „One Night in Bangkok“ auf uns ehe es dann am Tag drauf tatsächlich nach Neuseeland geht.

Zwei Monate Asien sind dann rum, Wahnsinn wie schnell das ging! Es war eine mehr als beeindruckende Station meiner Reise. Vielen Dank auch an Alle die mich bisher auf der Reise begleitet haben, es war großartig 🙂

Es wartet nun ein Campingwagen in Auckland und drei Wochen „Einsamkeit“ auf mich. Aber ja, nicht den Kopf in den Sand stecken bzw. unter Wasser, sondern mal sehen was die Nordinsel Neuseelands zu bieten hat. Ich bin schon ganz gespannt.

Good Morning Vietnam

Na ihr lieben Mitleser seid ihr schon gespannt was ich aus Vietnam zu berichten habe? Ich hoffe doch, schließlich habe ich mir ja etwas Zeit gelassen um wieder meine Eindrücke die ich hier gesammelt habe zu „Papier“ zu bringen.

Wie schon erwähnt habe ich das nächste Abenteuer gestartet und befinde mich in dem wunderschönen und interessanten Vietnam. Startpunkt der Reise ist die Hauptstadt Hanoi.

Dort habe ich zwei ganze Tage verbracht und die Zeit ausschließlich mit Sightseeing und Essen gehen verplant. Hanoi hat eine sehr quirlige und chaotisch hektische Altstadt in der man gut zu Fuß alle Sehenswürdigkeiten besichtigen kann. Auch wenn der Verkehr mit seinen knapp 5.000.000 Rollern sehr chaotisch ist und man einfach alle Verkehrsregeln die man von Zuhause kennt, über den Haufen schmeißt, kommt man dennoch an sein Ziel.

Interessante Sightseeing Spots die man hier in Hanoi besichtigen kann, sind unteranderem natürlich wie schon erwähnt die Altstadt, der Tempel mit seinem Schildkrötenhaus auf dem innerstädtischen See, das Ho-Chi-Minh Mausoleum mit angeschlossenem Park oder der Dong Xuan Markt wo man wirklich alles bekommt woran man nur denken kann, aber hauptsächlich Lebensmittel und Ramsch.

Das interessanteste aber ist neben dem Diplomatenviertel, wo man tolle Kolonialbauten bestaunen kann, klar der Temple of Literature. Eine riesige Anlage, mit mehreren Gebäuden und einem Park. Sehr schön angelegt und man kann dort erkennen, dass die Chinesen und die Japaner, die neben den Franzosen auch in früheren Jahren Vietnam kolonisiert hatten, Spuren hinterlassen haben. Dort wurde ich übrigens wie ein Star abgefeiert, es waren mehrere Schulklassen dort die alle Bilder mit mir machen wollten! Auf Dauer dann doch etwas nervig, aber es war lustig.

Ansonsten ist Vietnam für seine tolle Küche bekannt, ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, das ein oder andere auch zu probieren. Beispiele gefällig? Cha Ca ist ein Pfannengericht, was originalgetreu auf der Straße gegessen wird. Fisch und sehr viel Lauch werden auf einem Gaskocher erhitzt. Die berühmte Pho Suppe habe ich gleich mehrmals probiert, einmal sogar in einer für den Abend umgebauten Werkstatt. Ebenfalls gab es Spare Ribs mit einer Barbeque-Süßsauer-Soße und diverse andere Gerichte.

Was man so erkennen kann wenn man irgendwo sitzt oder vorbeiläuft, dass die Vietnamesen ein sehr geselliges Völkchen sind, dies sieht man dann meist am Straßenrand, wenn sie auf kleinen Plastikkinderstühlen sitzen, Kaffee trinken und sich lauthals unterhalten. Und das wirklich an jeder Ecke.

Nach zwei tollen Tagen in Hanoi mit sehr vielen Eindrücken, war dann meine Reisebegleitung aus Deutschland auch da und wir sind nach einem kurzen Spaziergang durch Hanoi in einen 9Sitzer Luxus Bus gestiegen und in knapp 4 Stunden Richtung Halong Bay gefahren.

Dort angekommen haben wir kurz überlegt ob wir wirklich das richtige Örtchen rausgesucht hatten. Es gibt ja in der berühmten Halong Bucht zwei Orte die man ansteuern kann, zum Einen Hai Phong, wo man mit der Fähre auf die größte Insel Cat Ba fährt oder eben Halong City. Wir hatten uns für letzteres entschieden, da dort die Tante einer Freundin von Ari ein kleines süßes Hotel hat.

Als wir dort allerdings angekommen sind, unmittelbar vor den Toren der wunderschönen von der UNESCO ausgezeichneten Bucht, dachten wir tatsächlich, wo sind wir hier denn gelandet? Ein Freizeitpark neben dem anderen, eine Seilbahn die sich rühmt die höchste ebenerdige Seilbahn der Welt zu sein (Guiness World Records), ein Rießenrad auf einem Berg, weil ein Rießenrad ja nicht so schon hoch genug ist und ja jede Menge Bagger und Kräne die erraten lassen, was für Unmengen an Geld hier gerade fließen um zukünftig den Massentourismus anzulocken. Und das in einem kommunistischen Land. Also wirklich völlig drüber.

Dennoch wir haben das Beste drauß gemacht, wir waren ja für die Bucht und nicht für die Stadt da. Zwei Tage Zeit, zwei Tage voll genutzt. Am ersten Tag haben wir obligatorisch eine Bootstour gebucht und sind mit den typischen Ausflugsdampfern durch die Bucht gefahren. Es war leicht neblig, was der traumhaften Kulisse keinen Abbruch geleistet hat, sondern eher das Gefühl des mystischen noch etwas mehr Ausdruck verliehen hat. Die Felsen die aus dem Wasser ragen, sind schon was Besonderes.

Da wir in mehreren Reisebüros uns erkundigt hatten ob es eine komplett andere Tour für den nächsten Tag gibt und uns immer wieder das Selbe angeboten wurde, haben wir uns entschlossen am zweiten Tag nicht aufs Boot zu gehen, sondern die Bucht auf eigene Faust zu erkunden. Klar sind wir nicht geschwommen, noch haben wir ein Boot gekapert, aber wir haben einen Berg bestiegen. Durch Instagram hatten wir gesehen, dass es einen Berg in der Stadt gibt, von wo aus man die komplette Bucht sehen kann.

Nach einem knapp 45 minütigen Aufstieg, war sofort klar, beste Entscheidung des Tages! Der Ausblick war unfassbar!

Nach zwei Tagen Halong Bucht ging die Reise dann auch richtig los. Wir sind wieder mit einem Kleinbus nach Hanoi, haben dort ein paar Stunden verbracht, ehe es mit dem Nachtzug in die nächste Stadt ging. 13 Stunden Zug, da ich schonmal ein relativ langes Zugerlebnis hatte, wo ich 24 Stunden auf einem normalen Sitz saß und durchs australische Outback gereist bin, dachte ich mir dieses Mal, eindeutig Schlafabteil! Nunja es war auch eins, aber eben nicht für einen zwei Meter Kerl konzipiert! Eine mehr als harte Pritsche mit den Maßen 1,80x60cm, in einem Viererabteil, was wir uns mit einem englischen Pärchen geteilt haben, wartete auf uns.

Dementsprechend froh waren wir dann, als wir am nächsten Vormittag nach einer sehr ruckeligen und lauten Nacht an unserem nächsten Reiseziel angekommen waren, in der Stadt Hue, die ehemalige Hauptstadt im Kaiserreich.

Dort haben wir uns die Zitadelle und die Kaiserstadt angeschaut. Waren bei einer siebenstöckigen Pagode mit angeschlossenem Park und haben eine kleine Bootsfahrt über den Parfümfluss gemacht, mit Motorschaden inklusive.

Die Zitadelle ist absolut einen Besuch wert, man sollte sich nur beeilen, es wird momentan viel restauriert und nunja es sieht eher kitschig aus als das es originalgetreu nachgebaut wird.

Da wir leider nicht soviel Zeit haben ging es nach zwei Tagen dann auch schon weiter, wieder mit dem Zug, dieses mal aber nur drei Stunden Richtung Da Nang. Dort sind wir auch jetzt gerade noch. In Da Nang haben wir ebenfalls zwei Tage eingeplant, ehe es mit dem Flieger über Saigon nach Kambodscha geht.

Da Nang ist nicht wirklich weit weg von Hoi An, einer ehemaligen Hafenstadt des Kaiserreichs. Wir waren dort gestern für den kompletten Tag. Wenn man mal in Vietnam sein sollte, ist das tatsächlich eine Pflichtaufgabe sich Hoi An anzuschauen.

Eine wunderschöne alte Stadt, mit kleinen Gebäuden, tollen Cafés und Restaurant und jede Menge Geschäfte die Schneider, Schuhmacher, Künstler und Ramschverkäufer beheimaten. Um das Ganze abzurunden hängen überall Lampions in den unterschiedlichsten Farben und Größen. Ich gebe zu, es hört sich kitschig und tourimäßig an, aber es ist wirklich wunderschön. Ich möchte hier gar nicht mehr weg.

Heute steht noch etwas Sightseeing in Da Nang an, wobei wir uns noch nicht so sicher sind, ob es hier wirklich soviel zu entdecken gibt. Wenn nicht, gehen wir eben ab an den Strand, der ist direkt vor der Tür. Ansonsten wartet heute Abend der Flieger auf uns, der uns mit einem mehrstündigen Aufenthalt in Saigon Richtung Kambodscha bringt.

Leider ist die Reise in Vietnam dann auch schon wieder rum, man hätte eindeutig mehr Zeit gebraucht, aber um mal einen Eindruck zu bekommen, war es auf jeden Fall toll.

Jetzt stehen noch einige Tage in Kambodscha an, ehe das Kapitel Asien dann wirklich abgeschlossen ist.

Stopover Hong Kong

Wir hatten Bohol hinter uns gelassen und saßen wieder im Flieger. Es war der selbe Flieger und die selben Piloten wie auf dem Hinflug. Ja genau, wir waren wieder mit dem Wasserflugzeug unterwegs. Dieses Mal aber nicht so entspannt wie beim Hinflug, wir hatten einige Turbulenzen und der Pilot hat uns dann auch mal gezeigt wie richtiges Fliegen geht, ohne den ganzen technischen Schnickschnack.

Mit gefühltem 90 Grad Winkel zur Landebahn hin, hat er den Flieger dann auch einigermaßen sicher auf den Boden gebracht. Das war eindeutig mal ein Erlebnis.

Besonders als man dann gesehen hat, wie der Wind das geparkte Flugzeug einfach mal gedreht hat, während wir beim Aussteigen waren. Vielen Dank an den Piloten an dieser Stelle.

Um das Erlebnis dann noch zu untermauern, ging es dann an den Hafen, wo das Boot schon auf uns gewartet hat. Mit dem Titanic Song von Celine Dion, „My Heart Will Go on“, was aus den Lautsprechern gedröhnt hatte, haben wir uns dann um einiges sicherer gefühlt. *Ironie off*

Endlich auf Boracay angekommen, schnell im Hotel eingecheckt und dann auch das getan was man hier so macht. Ab an den Strand, der wirklich unfassbar schön aber doch extremst überlaufen ist! Heddesheimer Badesee lässt grüßen!

Hat uns nicht weiter gestört, da wir die erste Bar des Tages ausgespäht hatten.

In der Beach Hut Bar haben wir den Abend schon gegen 16:00 Uhr eingeleutet, nach der Reiseerfahrung von heute, aus meiner Sicht mal völlig in Ordnung.

Was soll ich zum restlichen Abend sagen? Ich denke die Aussage, wir hatten den ein oder anderen Drink, dürfte genügen.

Da es doch recht feuchtfröhlich zuging, war der nächste Tag doch eher verbraucht.

Kurzer Spaziergang in der Stadt, das war es dann aber auch schon für diesen Tag.

Am letzten Tag auf Boracay, was auch soviel bedeutete wie der letzte Tag auf den Philippinen, haben wir noch die Insel erkundet. Haben einige Sightseeingspots abgearbeitet, haben lecker am Strand gegessen und haben Abends nochmal „unsere“ Beachbar besucht. Diesmal aber nur zum Sonnenuntergang, der von dort echt genial zu bestaunen war.

Wie schon erwähnt, der nächste Stop hieß Hong Kong! Ab in die Weltmetropole.

Mit dem Flieger ging es von Boracay über Manila nach Hong Kong. Es war ein sehr anstrengender und langer Reisetag, wir waren tatsächlich 14 Stunden unterwegs, da wir zu allem Überfluss zwei Stunden auf dem Rollfeld in Manila standen und nichts mehr ging.

Endlich angekommen, sind wir aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Hochhäuser an Hochhäuser soweit man sehen kann. Der Hafen bei Nacht in meinen Augen wunderschön! Alles echt sehr beeindruckend!

Hong Kong hat uns dann auch wieder in die Realität zurückgeholt, aus der wir eigentlich kommen! Auf den Philippinen noch stundenlang sinniert was besser ist! Ob gut zu verdienen und planen zu können oder einfach das Leben so zu nehmen wie es kommt und von Tag zu Tag zu leben. In Hong Kong hat man dann schnell wieder gemerkt, dass man mit dem entspannten Leben was man auf den Philippinen hatte, bei uns in unserer Welt nicht weit kommt. Eigentlich schade, denn die Herzlichkeit und die Dankbarkeit der Filippinos ist echt einmalig.

Was haben wir in Hong Kong gemacht? Da wir nur zwei ganze Tage hatten, war das Programm doch sehr intensiv. Wir haben uns dazu entschieden, einfach zuerst mal mit dem typischen Hop On, Hop off Bus zu fahren und einen Überblick zu bekommen.

Ansonsten sind wir mit der Bergbahn auf den Berg in Hong Kong Island gefahren, hatten also eine tolle Aussicht auf die Hochhäuser. Wir waren im Hafen und sind mit der Fähre gefahren. Ebenso waren wir in Stanley am Strand und sind über die Nathon Road, meiner Meinung nach schon so etwas wie der Big Apple nur eben auf Chinesisch, gefahren.

Wir haben uns an die typische Hong Konger Küche gewagt. Einiges ausprobiert, das ein oder andere hat besser oder schlechter geschmeckt, eine Erfahrung war es auf jeden Fall wert.

Am letzten Abend waren wir dann noch beim Mittwoch Abend Flutlicht Pferderennen. Wirklich ein Event was man einmal mitgemacht haben sollte, wenn man in Hong Kong ist. Alle Schichten der Gesellschaft treffen sich dort um Bier zu trinken, Spass zu haben und natürlich zu wetten. Alles in einer Atmosphäre, die vermutlich seinesgleichen sucht. Also ich kannte bisher nur die Pferderennbahn in Seckenheim und die hat keine Hochhäuser rundherum und der Wetteinsatz beträgt auch nicht mehrere Millionen Euro.

Das Rennen war auf jeden Fall ein toller Abschluss der Reise mit Christof. Er ist jetzt gerade auf dem Weg in die USA. Was bedeutet das für mich? Wie geht es jetzt weiter?

Ihr fragt euch sicher wo ich jetzt gerade stecke? Mittlerweile bin ich in Hanoi angekommen, sprich ich habe einen Stempel von Vietnam in meinem Reisepass .

In Hanoi werde ich jetzt zwei Tage sein, bis die nächste Reisebegleitung hier ankommt.

Eine gute Freundin kommt mich besuchen und wir werden in drei Wochen Vietnam und Kambodscha bereisen. Das wird auch meine Abschlussreise in Asien sein, danach geht es für mich weiter Richtung Neuseeland.

Aber bis dahin, werdet ihr sicher noch das ein oder Andere von mir hören!